1.200 Scientologen in Bayern Schnelle Lösung im Haus der Kunst: Trennung von Personalverwalter

Das Haus der Kunst erhält finanzielle Unterstützung von der bayerischen Staatsregierung. (Archivbild) Foto: Jens Weber

Das Museum trennt sich von seinem langjährigen Personalverwalter, der Scientology-Mitglied ist.

München - Nun wurde das Problem an der Prinzregentenstraße gleich intern gelöst – und schneller als erwartet. Das Münchner Haus der Kunst hat sich von einem langjährigen Mitarbeiter der Personalverwaltung getrennt, der Mitglied in der umstrittenen Organisation Scientology ist.

Die Geschäftsleitung des Hauses habe Kunstminister Ludwig Spaenle (CSU) als Aufsichtsratsvorsitzenden informiert, dass die Zusammenarbeit mit dem externen Dienstleister beendet wird, hieß es gestern in einer Mitteilung des bayerischen Kunstministeriums. Nachdem der Aufsichtsrat über die Scientology-Mitgliedschaft des Mitarbeiters informiert worden sei, seien sofort Maßnahmen getroffen worden.

Auch das Bayerische Landesamt für Verfassungsschutz sei in den Fall eingebunden gewesen. Über die Trennung von dem Mitarbeiter hatte zunächst die Süddeutsche Zeitung berichtet.

SPD machte Vorgang öffentlich

Die SPD-Landtagsfraktion hatte den Vorgang öffentlich gemacht und Spaenle Untätigkeit vorgeworfen. Nach Recherchen der kulturpolitischen Sprecherin Isabell Zacharias hatte der betroffene Mitarbeiter weiter freiberuflich für das Museum gearbeitet, obwohl der von Spaenle geleitete Aufsichtsrat bereits im Juli 2016 vom Betriebsrat über den Fall informiert wurde.

In Bayern müssen seit 1996 Bewerber für den öffentlichen Dienst Angaben zu einer Scientology-Mitgliedschaft machen. Das Haus der Kunst erhält finanzielle Unterstützung von der Staatsregierung. Die umstrittene Scientology-Organisation, die sich selbst als Kirche bezeichnet, von Kritikern aber als gefährlich eingestuft wird, hat in Bayern nach Angaben des Verfassungsschutzes rund 1.200 Mitglieder.

 

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