1:2-Pleite für die Löwen Kurioses Rama-Tor reicht nicht in Frankfurt

Valdet Rama (l.) erzielt aus spitzem Winkel das 1:0 für den TSV 1860 München im Spiel beim FSV Frankfurt. Foto: imago/Huebner

Der TSV 1860 verliert am Ende einer wieder mal turbulenten Saison beim FSV Frankfurt. Die Hessen steigen trotz des Sieges in die 3. Liga ab. Vor der Partie sorgen die Sechzger-Fans für Ärger - mit wahrscheinlichen Konsequenzen für den Klub.

München/Frankfurt – Kein Sieg zum Abschluss: Der TSV 1860 verliert am 34. Spieltag 1:2 (0:0) beim FSV Frankfurt und beschließt die zwölfte Zweitliga-Saison in Folge als Tabellen-15. Die Hessen dagegen steigen trotz des Sieges in die 3. Liga ab, weil der MSV Duisburg parallel sein Heimspiel gegen Bundesliga-Aufsteiger RB Leipzig gewinnt (1:0). Routinier Edmond Kapllani schoss die Frankfurter mit zwei Foulelfmetern (56. Minute / 88.) zum Sieg gegen über weite Strecken passive Löwen, für die Valdet Rama mit einem kuriosen Tor kurz nach der Halbzeit (48.) die Führung erzielt hatte.

Bushuev stellt auf fünf Positionen um

Der Interimstrainer der Sechzger, Denis Bushuev, stellte im Vergleich zum 1:0 gegen den SC Paderborn auf fünf Positionen um. Unter anderem durfte der Brasilianer Rodnei erstmals seit Anfang Oktober für den gelbgesperrten Jan Mauersberger in der Innenverteidigung ran. Im Sturm begann Rubin Okotie in seinem letzten Spiel für den TSV 1860 anstelle von Sascha Mölders. Im Tor durfte sich diesmal Vitus Eicher statt Stefan Ortega beweisen.

Den ersten Aufreger gab es schon vor dem Anstoß: Im Gästeblock waren mehrere Böller zu hören. Vereinzelte Sechzger-Fans legten das mit 12.500 Zuschauern ausverkaufte Volksbank-Stadion in dichte, blau, weiße und graue Nebelschwaden. Das dürfte eine satte Geldstrafe für die finanziell ohnehin klammen Giesinger nach sich ziehen. Schade: 6.000 Anhänger begleiteten Sechzig, sorgten ansonsten für eine prächtige Heimspiel-Atmosphäre. Mit einer Minute Verzögerung ging es schließlich los. Vom Anpfiff weg war dem FSV anzumerken, dass die Abstiegsrelegation noch möglich war. Die vom einstigen Löwen-Trainer Falko Götz trainierten Bornheimer begannen mit viel Dampf und Zug zum Tor.

Eicher pariert prächtig für den TSV 1860

Kapitän Manuel Konrad hatte nach vier Minuten die erste Chance für sein Team, als er mit einem Kopfball nach Eckstoß am stark auf der Linie parierenden Eicher scheiterte. Sechzig zog sich bis Mitte der ersten Hälfte weit zurück. Zeitweise erinnerte das Spiel der Frankfurter an Powerplay aus dem Eishockey. Die Innenverteidiger Lukas Gugganig und Florian Ballas standen zeitweise auf Höhe der Mittellinie. Doch dem Angriffsspiel der Hessen fehlte es an Struktur. Vieles wirkte zufällig. Vor allem zahlreiche Flanken von links durch Denis Epstein und Ehsan Haji Safi brachten die Löwen kaum in Bedrängnis.

Nach einer halben Stunde dann die Doppel-Chance für die Heimmannschaft. Erneut parierte der starke Eicher famos einen Kopfball von Konrad. Der ehemalige Dortmunder Marc Kruska setzte nach, brachte den Ball vor den Fünfmeterraum, wo der Österreicher Gugganig diesen in bester Position über den Kasten der Sechzger bugsierte. Die Löwen wiederum hatten nach 39 Minuten ihre beste Chance der ersten Halbzeit. Rama flankte den Ball von der Strafraumgrenze auf Höhe des langen Pfostens, wo Gary Kagelmacher angesprintet kam. Den Kopfballaufsetzer des Außenverteidigers konnte Ballas gerade noch so Zentimeter vor der Torlinie klären.

Rama bringt die Löwen in Führung

Nach dem Seitenwechsel erhöhten beide Mannschaften die Schlagzahl. Und es wurde kurios: Löwen-Spielmacher Michael Liendl steckte im gegnerischen Strafraum für Rama durch. Der Albaner ging an den Sechzehner, wollte offenbar flanken. Doch stattdessen flog der Ball aus spitzestem Winkel ins Tor. FSV-Keeper Andre Weis hatte sich verschätzt, die kurze Ecke aufgemacht. Die Antwort der Bornheimer folgte prompt. Löwen-Kapitän Christopher Schindler legte den Brasilianer Felipe Pires mit einem ungestümen Foul im eigenen Sechzehner. Kapllani behielt die Nerven und schoss gegen den Lauf von Eicher ein.

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Die Löwen zogen sich fortan wieder zurück, waren aber gefährlicher vor dem Tor. Nach 66. Minuten war es wieder Rama, der diesmal aber aus spitzem Winkel an Weis scheiterte. Frankfurt versuchte nun alles. Götz wechselte Stürmer um Stürmer ein, hatte schließlich sechs Offensivspieler auf dem Feld. Dem FSV kam entgegen, dass Maximilian Wittek nach wiederholtem Foulspiel mit Gelb-rot vom Platz musste (82.).

Häme der 1860-Fans

Schließlich folgte das nächste unnötige Foul im Sechzehner der Sechzger. Der eingewechselte Angreifer Zlatko Dedic schirmte den Ball gegen Kagelmacher ab, der dem Slowenen ohne Not von hinten in die Beine trat. Wieder blieb Kapllani vom Punkt cool. Die Frankfurter brachten die Führung über die Zeit. Doch dann kam das Ergebnis aus Duisburg. Der Rest war pure Ernüchterung – und die Häme der Löwen-Fans, die die Heimmannschaft mit zahlreichen Taschentüchern in die 3. Liga verabschiedeten.

 

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