1:2 gegen Union Berlin Die Löwen verpassen den Sprung nach oben

Sascha Mölders - hier gegen den Berliner Kapitän Felix Kroos - hatte das Schusglück nicht gerade gepachtet. Foto: Rauchensteiner/Augenklick

Da war eindeutig mehr drin, doch am Ende bremsten aufopferungsvoll kämpfende Berliner den TSV 1860 aus. 35 Minuten lang drängten die Löwen in Überzahl auf den 2:2-Ausgleich - allerdings vergeblich.

 

München - Es war alles bereitet für eine zünftige Löwen-Sause. Viele weibliche Fans kamen in Dirndl. Der Investor war da, wenn auch mit etwas Verspätung. Ausgerechnet am Vorabend der Wiesn hatte Sechzig die Chance auf den Sprung auf einen Aufstiegsplatz.

Doch dann kam einer, dem die Oktoberfest-Stimmung gar nicht passte, ein gebürtiger Münchner obendrein: Kenny Prince Redondo. Eine Vorlage, ein Tor – der Außenstürmer von Union Berlin war maßgeblich verantwortlich, dass der TSV 1860 sein Heimspiel gegen die "Eisernen" 1:2 verlor.

Steven Skrzybski (5. Minute) hatte die Führung für die Hauptstädter erzielt, Michael Liendl (25.) traf zum Ausgleich. Dann schlug Redondo (40.) zu - nach einem Blackout von Innenverteidiger Milos Degenek. "Wir haben nicht gegen Union verloren, sondern uns selber geschlagen", meinte Liendl hinterher.

"Das war die Angst vor dem nächsten Dreier"

Sportchef Thomas Eichin wurde deutlicher: "Wir waren in der ersten Viertelstunde nicht richtig da. Das war ein bisschen die Angst vor dem nächsten Dreier", sagte der Löwen-Boss. "Wir bekommen einfach zwei saudumme Tore."

Sein Trainer Kosta Runjaic hatte die siegreiche Elf vom Nürnberg-Spiel aufgeboten. Früh mussten die Giesinger jedoch den ersten Rückschlag hinnehmen. Fanol Perdedaj ließ sich rechts von Redondo düpieren. Der Berliner schlug den Ball flach vors Tor, Skrzybski schob am langen Pfosten ein. Die Sechzger-Abwehr war kollektiv zu spät dran. Pikant: Noch vor dem Spiel hatte Runjaic das Rückzugsverhalten als Schwäche genannt.

Die Löwen blieben dran. Daylon Claasen setzt sich auf links durch und legte für Sascha Mölders quer, doch der Stürmer traf den Ball nicht richtig. Nach 24 Minuten stand Ivica Olic im Mittelpunkt. Auf Zuspiel von Liendl fädelte der Kroate vor dem Sechzehner clever ein – Freistoß! Fatal für Berlin: Toni Leistner fälschte den Standard von Daniel Adlung mit dem Arm ab. Liendl trat an und verwandelte sicher.

Sechzig war fortan die aktivere Mannschaft. Mit zu viel Initiative? "Wir haben nicht wahrgenommen, dass wir auch mal das Tempo drosseln müssen, um mit einem Unentschieden in die Halbzeit zu  gehen", sagte Runjaic.

"Hasan ist genauso niedergeschlagen wie wir"

Union blieb gefährlich. Ein Schuss von Redondo senkte sich tückisch hinter Jan Zimmermann und klatschte gegen die Latte. Es folgte der Aussetzer von Degenek. Der Australier schlug einen Rückpass auf Zimmermann zu kurz, Redondo ging dazwischen und schob den Ball am Löwen-Keeper vorbei.

Runjaic reagierte, brachte nach der Pause Levent Aycicek für Claasen, und der wuselige Linksaußen richtig Tempo ins Spiel. Mölders zwang den verwarnten Fabian Schönheim zum taktischen Foul, fortan waren die Sechzger ein Mann mehr.

Zwischenzeitlich war laut Sport1 auch Investor Ismaik in der Arena angekommen. Der Jordanier sah teils wild anrennende Sechzger. Erst recht, als Wittek den Ball aus etwa 20 Metern gegen den Pfosten zimmerte (59.). Mehrfach war Mölders nur einen Schritt zu spät dran, Aycicek zielte Zentimeter daneben (73.) und der eingewechselte Stefan Mugosa genau auf Union-Keeper Jakob Busk (89.).

Eichin: "Da müssen wir einfach einen reinmachen." Vergeblich. Ismaik lud die Spieler später in den VIP-Bereich. "Wir hätten Hasan Ismaik gerne einen Heimsieg oder zumindest ein Unentschieden präsentiert", sagte Zimmermann der AZ. "Ich denke, er ist genauso niedergeschlagen wie wir."

 

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