11. September 2001 9/11: USA planten Atomschlag gegen Afghanistan

Die Anschläge des 11. September 2001 erschütterten die USA in ihren Grundfesten. Der Schock saß offenbar so tief, dass die Regierung sogar über den Einsatz von Atomwaffen nachdachte. Foto: dpa

Nach den verheerenden Terror-Anschlägen des 11. September 2001 waren die USA offenbar zu drastischeren Reaktionen bereit, als bislang vermutet. Jetzt wurde bekannt, dass sogar ein Atomschlag zur Diskussion stand.

Berlin – Das offenbarte der ehemalige außenpolitische Berater von Kanzler Gerhard Schröder, Michael Steiner, dem Spiegel. Laut seinen Aussagen waren die Vereinigten Staaten angesichts der Angriffe gegen das World Trade Center und das Pentagon offenbar bereit, Afghanistan nuklear anzugreifen.

Kanzler Schröder und sein Berater Steiner seien nach den Anschlägen in Sorge gewesen, dass die US-Regierung "im ersten Schock überreagieren" könnte. Dass diese Sorge nicht unbegründet war, dürfte angesichts ernsthafter Planungen eines Atomschlags wohl außer Frage stehen.

Gegenüber dem Spiegel sagte Steiner in Bezug auf den Einsatz von Atomwaffen: "Die Papiere waren geschrieben […] Sie hatten wirklich alle Möglichkeiten durchgespielt." Steiner selbst war demnach bei streng geheimen Gesprächen mit den USA zugegen, bei denen ein solches Szenario diskutiert wurde.

Das bislang einzige Mal, dass Angriffe mit Atomwaffen durchgeführt wurden, war gegen Ende des zweiten Weltkriegs. Bei den US-amerikanischen Atombombenabwürfen auf Hiroshima am 6. August und Nagasaki am 9. August 1945 kamen mehr als 200.000 Menschen ums Leben, tausende weitere starben in den Folgejahren an Nachwirkungen der radioaktiven Strahlung.

 

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