10.000 freie Stellen Mehr als 1.100 Jugendliche in Bayern ohne Ausbildungsplatz

Viele Jugendliche haben keinen Ausbildungsplatz - und das obwohl viel mehr Stellen unbesetzt sind. Foto: dpa

In Zeiten des Fachkräftemangels sind Auszubildende bei den Unternehmen begehrt. Mehr als 10 000 Plätze sind in Bayern noch unbesetzt. Trotzdem findet nicht jeder Bewerber eine Stelle.

 

München – Mehr als 10 000 Lehrstellen sind unbesetzt, dennoch sind heuer in Bayern mehr Jugendliche ohne Ausbildungsplatz geblieben als noch 2013. 1127 Bewerber erhielten keinen Lehrvertrag, rund 80 mehr als im vergangenen Jahr. Trotzdem kamen auf 100 gemeldete Lehrstellen nur 84 Bewerber, teilte die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag in München mit. "Das zeigt, dass die angebotenen Lehrstellen nicht immer mit den Wünschen und persönlichen Voraussetzungen der Bewerber übereinstimmen", sagte der Vize-Geschäftsleiter der Regionaldirektion, Klaus Beier.

Er forderte die Arbeitgeber auf, auch leistungsschwächeren Bewerbern eine Chance zu geben. "Oft haben die Unternehmen hohe Erwartungen, die die Bewerber nicht immer erfüllen können", sagte Beier. Allerdings müssten auch die Jugendlichen Alternativen zum Wunschberuf ins Auge fassen. Fast die Hälfte der Jugendlichen beschränke sich bei ihren Bewerbungen auf nur zehn Berufe. "Karrieremöglichkeiten in weniger beliebten Berufen werden unterschätzt", sagte Beier. Besonders unbeliebt sind Berufe wie Metzger oder Koch, hier gibt es noch mehr unbesetzte Lehrstellen als bei anderen Berufen.

Für die bayerische Wirtschaft haben Jugendliche auf dem Ausbildungsmarkt bessere Perspektiven denn je. "10 000 unbesetzte Lehrstellen bedeuten 10 000 Chancen", sagte Christof Prechtl von der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft. Die Zeiten, in denen sich Unternehmen nur die besten Bewerber herausgepickt hätten, seien vorbei.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund hielt dagegen. "In vielen Branchen lässt die Ausbildungsqualität erheblich zu wünschen übrig", sagte DGB-Bayern-Vorsitzender Matthias Jena. Vor allem geringe Bezahlung und die Aussicht auf viele Überstunden schrecke Jugendliche ab. "Schlechte Ausbildungsbedingungen sprechen sich herum", sagte Jena. Viele Jugendliche zögen deshalb ein Studium vor.

 

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