1. FC Nürnberg vs. Hertha BSC Club gegen Berlin: ein spannendes 2:2

Der Berliner Hajime Hosogai (l) foult den Nürnberger Daniel Ginczek. Foto: dpa

Gegen Aufsteiger Hertha BSC spielte der Club nach vorn, das Ergebnis war ein Unentschieden - 2:2.

 

Nürnberg – Überraschungs-Aufsteiger Hertha BSC Berlin bleibt in der Fußball-Bundesliga ungeschlagen, hat aber beim 1. FC Nürnberg kurz vor dem Ende den zweiten Saisonsieg verschenkt. Der Japaner Hiroshi Kiyotake (89.) rettete den Franken am Sonntag beim 2:2 (1:0) wenigstens einen Punkt. Vor 37 068 Zuschauern hatte der starke Josip Drmic (40.) die Platzherren in Führung gebracht. Nach einer deutlichen Steigerung in der zweiten Hälfte hatten Sami Allagui (61.) mit seinem dritten Saisontreffer und der eingewechselte Ronny (78.) mit einem umstrittenen Foulelfmeter für die zwischenzeitliche Gäste-Führung gesorgt. Die Berliner haben damit auch auswärts ihre Erstliga-Tauglichkeit unter Beweis gestellt.

Nach dem fulminanten Saisonstart mit dem 6:1 gegen Eintracht Frankfurt hielten sich die Verantwortlichen der Hertha nicht mit irgendwelchen Träumereien auf. Durch die Verletzung der Außenverteidiger Marcel Ndjeng (Knochenmarksödem im großen Zeh) und Johannes von den Bergh (Muskelfaserriss) musste Hertha-Coach Jos Luhukay die Viererkette umbauen. Fabian Holland und Peter Pekarik rutschten dafür in die Mannschaft. Der US-Amerikaner John Brooks bekam nach seinem Länderspieldebüt eine schöpferische Pause, für ihn begann Christoph Janker. Bei den Gastgebern fehlten Abwehrchef Per Nilsson und Timo Gebhardt. Trainer Michael Wiesinger vertraute stattdessen Berkay Dabanli und Drmic.

Trotz der personellen Probleme in der Defensive ließen beide Teams zunächst kaum Gelegenheiten zu. Es entwickelte sich ein müder Kick ohne große Aufreger. Vor allem der Club machte in der eigenen Hälfte geschickt die Räume eng und arbeitete sich mit zunehmender Spielzeit immer besser in die Partie. Nach einem Freistoß von Hiroshi Kiyotake köpfte der unermüdlich kämpfende Daniel Ginczek den Ball nur an den Pfosten (20.). Bei den einzigen beiden Hertha-Chancen war die Club-Abwehr aufmerksam. Markus Feulner klärte im letzten Moment vor Änis Ben-Hatira (33.), 180 Sekunden später scheiterte Ben-Hatira bei einem Konter am heraus stürzenden Club-Schlussmann Raphael Schäfer.

Die Nürnberger waren zwingender im Spiel nach vorn und wurden dafür auch belohnt. Neuzugang Ginczek rackerte sich in der Mitte durch, legte perfekt für Drmic auf – und der Schweizer Nationalspieler veredelte die Co-Produktion der beiden Neuen mit dem verdienten 1:0 (40.). Bis dahin war wenig zu sehen von der offensiven Effektivität, mit der die Hauptstädter am ersten Spieltag die ganze Liga berauscht hatten.

Erst nach der Halbzeit erhöhte die Hertha das Risiko und war wesentlich präsenter. Ein Kopfball von Adrián Ramos flog nur um Zentimeter am Pfosten vorbei (49.), Dabanli rettete gegen den einschussbereiten Kapitän Fabian Lustenberger (55.). Und dann wurden die Nürnberger für ihre Passivität zurecht bestraft. Allagui, gegen Frankfurt schon Doppeltorschütze, zog ab und sein Schuss wurde vom unglücklichen Dabanli entscheidend abgefälscht – 1:1 (61.). Die Berliner wollten mehr. Regisseur Alexander Baumjohann vergab einen Hochkaräter allein vor Schäfer (63.), ehe er in der 77. Minute von Javier Pinola vermeintlich elfmeterreif gefoult wurde. Der Brasilianer Ronny, erst in der 66. Minute eingewechselt, verwandelte sicher. Kiyotake rettete dem Club mit einem direkt verwandelten Freistoß schließlich einen schmeichelhaften Punkt (89.).

 

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