0:1 gegen Freiburg Kapitän Schindler: "Es ist zum Kotzen"

Gefrustet: Die Löwen nach der 0:1-Niederlage gegen Bundesliga-Absteiger Freiburg in der Allianz Arena. Foto: sampics/Augenklick

Der TSV 1860 verliert sein erstes Heimspiel der Saison mit 0:1 – obwohl das Team von Fröhling gegen Freiburg überlegen ist. "Es hat die glücklichere Mannschaft gewonnen", sagt SC-Trainer Streich.

 

MÜNCHEN -  Nils Petersen legt sich den Ball neuerdings gerne am Elfmeterpunkt zurecht. Beim 6:3-Auftaktsieg des SC Freiburg hatte der Ex-Bayern-Stürmer zwei Strafstöße verwandelt. Gegen den TSV 1860 legte er nach: In der 75. Minute war es, als er sich den Ball vor der Südkurve zurechtlegte. Auch das gellende Pfeifkonzert der Fans half nichts: Petersen lief an, entschied sich für die linke Ecke, verlud Löwen-Keeper Vitus Eicher – und versenkte auch den dritten Saison-Elfer, bevor er jubelnd zum Gästeblock abdrehte.

Weil 1860 gegen den Absteiger aus der Bundesliga damit wie gegen Heidenheim mit 0:1 verlor, stehen die Löwen mit zwei Pleiten in zwei Spielen wieder im Tabellenkeller. Man könnte ja behaupten: Freiburg, Bundesliga-Absteiger und Favorit auf den direkten Wiederaufstieg, klar gewinnen die bei den (kaum verstärkten) Löwen, die durch den Rücktritt von Sportchef Gerhard Poschner mal wieder Chaos verbreiten statt Angst und Schrecken auf dem Platz. Wer’s gesehen hat, weiß aber: Die Löwen waren besser! Und hätten dank souveräner Defensivleistung und einigen gefährlichen Chancen sogar einen Sieg verdient gehabt.

„Das ist richtig bitter. Es ist zum Kotzen, zu sehen, wie die Freiburger vor ihrer Kurve feiern. Wir betreiben die ganze Woche einen Riesen-Aufwand und schaffen es nicht, uns zu belohnen“, sagte Kapitän Christopher Schindler. Vor 23 800 Zuschauern in der Allianz Arena waren es tatsächlich die Löwen, die den ansehnlicheren Fußball spielten. Trainer Torsten Fröhling überraschte mit erneut veränderter Startformation: Gary Kagelmacher rückte wieder nach rechts hinten, dafür gab Milos Degenek den Sechser, Kai Bülow verteidigte neben Schindler. In der Offensive durfte Stephan Hain seine Saison-Premiere feiern.

Hain war es auch, die erste Riesenchance der Löwen vergab: Nach einem Freistoß von Daniel Adlung, der nach seinem Bänderriss fitgetaped wurde, köpfte er freistehend drüber (11.). Auch per Fallrückzieher verpasste er knapp (30.). Und Freiburg? Außer einem Lattenknaller von Vincenzo Grifo (14.) war da nix. Petersen? Abgemeldet. „Freiburg hatte keine wirkliche Großchance. Umso bitterer, dass wir wieder mit 0:1 verlieren“, sagte Adlung.

Für die 1860-Pleite war schließlich wieder Petersen verantwortlich, Hain half allerdings kräftig mit: Erst verursachte der 1860-Angreifer einen umstrittenen Freistoß, nach dessen Ausführung er im Strafraum gegen Mike Frantz die Hände dran hatte – der Freiburger fiel. „Das macht er clever und fällt in mich hinein. Ich kann nicht ausweichen, mache auch nicht viel. Er zieht mich auch. Bitter, dass dadurch das Spiel entschieden wird“, sagte Hain. Während Petersen beim Elfmeter cool blieb, vergab Marius Wolf die Ausgleichs-Chance (81.).

Von den beiden Trainern war nach dem Spiel einer zufrieden, der andere nicht. „Letzte Woche haben wir nur eine Viertelstunde gut gespielt, diesmal haben wir gegen einen guten Gegner gut dagegen gehalten und mutig gespielt“, sagte Fröhling. Freiburg-Coach Christian Streich gab dagegen zu: „Man muss sagen: Es hat die glücklichere Mannschaft gewonnen.“ Fröhling über’s Streich-Lob: „Davon können wir uns leider nix kaufen“, sagte der Löwen-Trainer, der aber nicht schwarzmalen wollte: „Wir haben noch 32 Spiele und müssen mal ein bisschen Ruhe bewahren.“
Noch 32 Versuche also, um ein bisschen effektiver zu werden.    

 

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