0:0 gegen Union Berlin Zwei Zentimeter! Wieder nur ein Punkt für die Löwen

Die Schlüsselszene des Spiels zwischen dem TSV 1860 München und Union Berlin: Daniel Adlung setzt den Foulelfmeter an den Pfosten. Foto: imago

Die Löwen verpassen gegen Union Berlin den ersten Saisonsieg, Daniel Adlung trifft aus elf Metern nur den Pfosten – und 1860 bleibt im Keller der Tabelle. „Extrem bitter“, findet das Trainer Torsten Fröhling.

 

München - „Irgendwann muss man auch mal einen reinmachen. Wir haben ja sogar noch einen Elfmeter verschossen. Ich hoffe, dass sich das im Laufe der Saison ausgleicht: Dass wir mal ein, zwei dreckige Siege einfahren, wenn wir nicht so gut spielen“, sagte Löwen-Trainer Torsten Fröhling. Wieder einmal musste er erklären, warum die Löwen trotz ordentlicher Leistung nicht gewonnen hatten. Viel knapper als diesmal geht’s nun wirklich langsam nicht mehr.

Nach einem von vielen umstrittenen Schiedsrichter-Entscheidungen geprägten Spiel tritt der TSV 1860 weiter auf der Stelle im Tabellenkeller. Die Löwen kamen vor 20 300 Zuschauern zuhause gegen Union Berlin nicht über ein 0:0 hinaus. Bisher nur zwei Punkte und immer noch kein Sieg für die Elf von Trainer Torsten Fröhling. „Klar stört mich das. Wir haben in den letzten beiden Spielen vier Punkte weniger als wir haben hätten können. Oder müssen. Und jetzt wieder: Für das was, wir bis zum Schluss geleistet haben, ist es einfach nur bitter, dass wir nicht daraus gemacht haben“, klagte Fröhling.

Er hatte exakt derselben Mannschaft vertraut, die beim 2:2 im oberbayerischen Derby beim 1. FC Nürnberg eine so starke Performance hingelegt hatte. Die Anfangsphase entschieden die Löwen auch einmal mehr für sich und hatten zwei Riesenchancen: Erst scheiterte Stephan Hain mit einem Schlenzer am Außenpfosten (2.), dann Gary Kagelmacher mit einem unplatzierten Schüsschen aus dem Rückraum an Schlussmann Daniel Haas (3.).

Danach? Leerlauf. „Wir haben richtig gut angefangen, dann hatte Union ein, zwei gefährliche Aktionen und man hat richtig bemerkt, wie wir Respekt bekommen haben“, sagte Löwen-Kapitän Christopher Schindler und brachte es auf den Punkt: „Schon klar, dass wir nicht wie gegen Nürnberg hundert Chancen kriegen.“ Zudem brachte die Löwen der Auswechslung von Stephan Hain, der durch Neuzugang Stefan Mugosa ersetzt wurde, etwas aus dem Tritt (36.).

Im zweiten Durchgang stand schließlich der Elfmeter-Punkt im Vordergrund. Beim ersten Foul an Okotie, als er Union-Keeper Daniel Haas umspielte und dann zu Boden ging, blieb die Pfeife von Ersatz-Schiri Thorsten Schriever (Bibiana Steinhaus war erkrankt) stumm. Okotie dazu: „Ich spiele den Ball vorbei, bin in vollem Lauf und krieg‘ einen Kontakt vom Tormann. Ich komme aus dem Tritt und flieg runter – glasklarer Elfmeter.“

Schindler fand’s zudem „komisch“, dass Okotie nicht mit einer Schwalbe des Feldes verwiesen wurde, wenn’s denn keinen Strafstoß für die Löwen gab. Egal, denn wenige Minuten später wurde Okotie wieder gefoult. Diesmal zeigte Schriever auf den Punkt, zudem bekam Unions Benjamin Kessel Rot. Es hätte also nur noch Daniel Adlung den Ball versenken müssen – der traf aber den linken Pfosten (64.).

Der Mittelfeld-Chef hinterher: „Ich hatte den Torwart schon in der anderen Ecke und glaube, wenn der Ball zwei Zentimeter in die andere Ecke geht, ist der Ball drin.“ Als in der Schlussphase Löwen-Powerplay gegen dezimierte Berliner anstand, musste auch noch Okotie raus: Platzverweis-Gefahr. Am Ende waren sie alle sauer. Auf sich, den Schiedsrichter und die nächste haarscharf verpasste Chance, endlich den ersten Dreier zu holen.

 

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