Update

Zu schweres Mathe-Abi in Bayern? Online-Petition erhält weiter Zulauf

War das Mathe-Abitur in Bayern in diesem Jahr zu schwer? Das meinen zumindest Schüler, Eltern und auch Lehrer – nun wurde eine Online-Petition gestartet, der Notenschlüssel solle angepasst werden. Der Zulauf ist weiter groß.
| AZ/dpa
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
Artikel empfehlen
Die Online-Petition fordert eine Anpassung des Notenschlüssels. (Archivbild)
Die Online-Petition fordert eine Anpassung des Notenschlüssels. (Archivbild) © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

München - Nach der Abiturprüfung im Fach Mathematik haben sich zahlreiche Abiturienten in sozialen Medien über zu schwere Aufgaben beschwert. Vor allem auf Instagram warfen sie Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) vor, dass das Mathe-Abi das schwerste seit Jahren gewesen sei – und die zurückliegende Pandemie-Zeit mit Distanz- und Wechselunterricht nicht ausreichend berücksichtige.

Auch Lehrer fanden das Mathe-Abi zu schwer

Mehr als 32.000 Unterzeichner (Stand: 21.05., 18.15 Uhr) forderten daher in einer Online-Petition die Anpassung des Notenschlüssels. Auch die SPD-Landtagsfraktion forderte das Kultusministerium am Mittwoch auf, die Ergebnisse zu überprüfen.

"Lehrkräfte, Eltern sowie Schülerinnen und Schüler sind sich einig, dass es sich bei der Prüfung am 18. Mai um eine der schwersten Aufgabenstellungen der letzten Jahre gehandelt hat", berichtete SPD-Bildungsexpertin Simone Strohmayr. Dabei seien die Bedingungen während des Corona-Unterrichts für viele extrem herausfordernd gewesen. "Die Schülerinnen und Schüler wollen kein geschenktes Abi, aber sie haben ein Recht auf Fairness", betonte Strohmayr.

Ministerium: Aufgaben waren "gut machbar"

Das Ministerium hingegen versicherte gegenüber der "Main-Post": "Die diesjährigen Abiturprüfungsaufgaben im Fach Mathematik wurden von den Experten insgesamt als gut machbar eingeschätzt." Dennoch zeigte Piazolo Verständnis für die Aufregung: "Schon in normalen Jahren sind Abiturientinnen und Abiturienten in der Prüfungsphase natürlich angespannt. (...) In diesem von Corona geprägten Jahr besteht diese Anspannung sicher bei vielen umso mehr, das kann ich gut verstehen."

Trotz der steigenden Anzahl an Unterschriften sieht das Kultusministerium dennoch keinen Handlungsbedarf. "Wir bekommen Feedback von Mathematiklehrern, die die Aufgaben korrigieren. Und es gibt von diesen Lehrern bislang keine Hinweise darauf, dass die Kritik gerechtfertigt wäre", sagte ein Sprecher am Freitag.

Waren einige Aufgabeninhalte nicht Teil des Lehrplans?

Nach der großen Welle von Abiturienten, die die Petition unmittelbar nach der Prüfung am Mittwoch unterzeichnet hatten, scheinen nun vermehrt Nicht-Betroffene zu unterschreiben. Dies legen zumindest für ältere Jahrgänge übliche Vornamen sowie Doktortitel der Unterzeichner nahe.

Derweil hat die Initiatorin der Petition, nach eigenen Angaben Mathematik-Dozentin und Nachhilfe-Lehrerin, die Prüfung Aufgabe für Aufgabe analysiert. Ihr zufolge hatten einige Aufgaben Inhalte zum Gegenstand, die nicht Teil des Lehrplans waren beziehungsweise wegen der Umstände im Corona-Jahr explizit nicht geprüft werden sollten. "Da Mathematik keinen Interpretationsspielraum offen lässt, kann der Vorwurf eines 'unfairen Abiturs' nicht mehr relativiert werden", bilanzierte sie.

Ähnliche Aufregung um das Mathe-Abi hatte es bereits vor zwei Jahren gegeben, auch damals war in Online-Petitionen sogar bundesweit die Änderung des Bewertungsschlüssels gefordert worden. Das bayerische Ministerium hatte die Noten dann auch tatsächlich überprüft, aber festgestellt, dass der Abi-Durchschnitt im üblichen Schwankungsbereich lag. Der Bewertungsmaßstab wurde daher nicht geändert.

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen Artikel empfehlen