Weniger Firmenpleiten in Bayern

Die milliardenschwere Insolvenz des Münchner Zahlungsdienstleisters und Dax-Konzerns Wirecard hat international Schlagzeilen gemacht - aber insgesamt sind in Bayern dieses Jahr trotz Corona weniger Unternehmen in die Pleite gerutscht als im Vorjahr. Nach Berechnungen der Wirtschaftsauskunftei Creditreform sank die Insolvenzquote im Freistaat von 45 auf 38 je 10 000 Unternehmen. Damit liegt Bayern hinter Thüringen (30) und Brandenburg (36) auf Platz drei, gleichauf mit Baden-Württemberg und Mecklenburg-Vorpommern.
| dpa
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Schlusslichter sind demnach Bremen mit einer Insolvenzquote von 98 und Berlin mit 78. Bundesweit fiel die Insolvenzquote von 59 auf 50 je 10 000 Unternehmen. Dieser Rückgang täusche allerdings "über die wirkliche Situation der Unternehmen hinweg", betonte Creditreform am Dienstag.

Denn bis Ende September hatte die Bundesregierung die Pflicht zum Insolvenzantrag bei Zahlungsunfähigkeit ausgesetzt, bei Überschuldung sogar bis Dezember. Zugleich erhalten staatliche Milliardenhilfen auch "echte Pleitekandidaten" am Leben, die ohne Corona-Subventionen längst den Gang zum Insolvenzrichter hätten antreten müssen. Im kommenden Jahr dürfte sich die Rezession aber in den Bilanzen zeigen und in steigenden Insolvenzzahlen niederschlagen, prognostizierte Creditreform.

Wirecard hatte im Juni Insolvenz beantragt, nach einem Bilanzskandal: Das Unternehmen konnte rund zwei Milliarden Euro an angeblichem Bankguthaben nicht nachweisen. Der Vorstandschef sitzt in Untersuchungshaft, der Bundestag richtete einen Untersuchungsausschuss ein.

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