Warnstreik fordert Bayerns Berufspendler erneut heraus

In den Bussen und Bahnen in Bayerns Städten könnte es am Freitag wieder eng werden. Die Gewerkschaft Verdi hat vor allem Busfahrer zu befristeten Warnstreiks aufgerufen. Die Beschäftigten wollen mehr Geld.
| dpa
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Ein Busfahrer nimmt an einem Streik teil.
Ein Busfahrer nimmt an einem Streik teil. © Armin Weigel/picture alliance/dpa/Archivbild

München - Wegen Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr kommt es in Bayern seit den Morgenstunden zu erheblichen Einschränkungen. In Nürnberg fahren keine U-Bahnen, Busse und Straßenbahnen, sagte eine Sprecherin der Verkehrs-Aktiengesellschaft (VAG) Nürnberg am Freitagmorgen. "Wir haben diesmal kein Notnetz", Pendler müssten auf die S-Bahnen umsteigen oder mit dem Fahrrad fahren. Der Warnstreik soll nach Angaben der VAG bis 14 Uhr dauern.

In München kommt es seit Betriebsbeginn um 03.30 Uhr zu Ausfällen einiger Buslinien. Nach Angaben eines Sprechers der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) fahren auf den Linien 52, 100, 151, 196 und 199 keine oder nur sehr wenige Busse. "Vor allem Schüler müssen ausweichen", so der MVG-Sprecher. U-Bahnen, Trams und S-Bahnen fahren normal. Laut MVG kommt es dort zu einem erhöhten Fahrgastaufkommen. Zur Mittagszeit soll auch hier der Streik enden.

Die Warnstreiks im öffentlichen Dienst, die seit Tagen andauern, werden in der Öffentlichkeit kontrovers diskutiert. Viele Menschen sind der Auffassung, dass die befristeten Arbeitsniederlegungen mit in der Folge teils überfüllten Bussen und Bahnen gerade in Zeiten steigender Corona-Fallzahlen unverantwortlich sind. Andere argumentieren, dass etwa Busfahrer gerade in Corona-Zeiten hohe Gesundheitsrisiken eingingen und deshalb ein Recht auf eine bessere Bezahlung hätten.

Busfahrer privater Arbeitgeber arbeiten in Bayern derzeit für weniger als 13 Euro pro Stunde. Bei den Beschäftigten öffentlicher Arbeitgeber geht es dagegen vor allem um bessere Arbeitsbedingungen, etwa längere Pausen.

Bereits am Donnerstag hatte Verdi der Forderung nach mehr Lohn und besseren Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst mit einem Ausstand am Klinikum Nürnberg sowie weiteren kleineren Krankenhäusern Nachdruck verliehen. In einem der größten kommunalen Krankenhäuser Deutschlands in Nürnberg waren mehrere Hundert Bedienstete vor allem aus der Pflege stundenweise nicht zur Arbeit erschienen, Operationen mussten verschoben werden.

Verdi und der Beamtenbund dbb fordern für die bundesweit 2,3 Millionen Tarifbeschäftigten von Bund und Kommunen 4,8 Prozent mehr Geld, mindestens aber 150 Euro. Mitte September war die zweite Verhandlungsrunde ohne Ergebnis geblieben. Zudem fordert ver.di für die Busfahrer privater Unternehmen eine deutliche Lohnsteigerung von 3,50 Euro pro Stunde.

Nicht bestreikt werden soll am Freitag der öffentliche Nahverkehr in den Städten Coburg, Aschaffenburg und Würzburg. In Coburg und Aschaffenburg war es bereits in der Vergangenheit zu tageweisen Ausständen kommen, in Würzburg gelten gesonderte Tarifbedingungen.

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