Viele Eicheln, viele Bucheckern und mehr Wildschweine?

Die vielen Eicheln und Bucheckern sind ein gefundenes Fressen für Wildtiere. Die Wildschweine könnten sich daher im Frühjahr fleißig vermehren. Ist das angesichts der Afrikanischen Schweinepest ein Grund zur Sorge?
| dpa
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Ein Wildschwein läuft durch einen Wald.
Ein Wildschwein läuft durch einen Wald. © Lino Mirgeler/dpa/Symbolbild
Regensburg

In den bayerischen Wäldern finden die Wildtiere heuer massenhaft Eicheln und Bucheckern. Mastjahr nennen das Fachleute. "Dadurch ist der Tisch für viele Tier- und Wildarten, die sich auf diese Früchte spezialisiert haben, reich gedeckt", sagte Thomas Schreder vom bayerischen Jagdverband.

Kleine Säugetiere und Vögel wie Eichhörnchen und Eichelhäher können sich gute Vorräte für den Winter anlegen. Wildschweine, Rehe und Hirsche fressen sich einen ordentlichen Winterspeck an und kommen damit besser durch die kalte Jahreszeit.

Das habe zur Folge, dass vor allem bei den Wildschweinen die Fortpflanzungsrate im Frühjahr erheblich steige, sagte Jan-Paul Schmidt von den bayerischen Staatsforsten. Von Februar bis April könnten also mehr Frischlinge zur Welt kommen und sollten dank milder Temperaturen mehr überleben, würde die Wildschwein-Population im Freistaat steigen.

Mit Blick auf die Afrikanische Schweinepest (ASP), die nun auch Deutschland erreicht hat, könnte das Probleme bereiten. "Durch die Zunahme der Schwarzwildpopulation erhöht sich das Risiko eines Ausbruchs und die flächige Verbreitung der ASP", sagte Schmidt. Die Wildschweine müssten deshalb intensiv bejagt werden.

Trotzdem werden die Jägerinnen und Jäger im Zuge des Mastjahrs nicht noch häufiger auf Wildschweine anlegen. Im vergangenen Jagdjahr 2019/2020 hatten diese nach Angaben des Jagdverbands rund 112 000 Schwarzkittel erlegt - eine Rekordzahl.

"Die Abschusszahlen für unsere Wildarten verändern sich nicht dadurch, dass mehr Nahrung zur Verfügung steht", sagte Schreder. Zumal das gefundene Fressen am Waldboden die Jagd erschweren könne. Die Wildschweine müssten sich bei der Nahrungssuche weniger bewegen und seien deshalb schlechter zu erkennen.

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