Verdacht auf Mutation am Klinikum Bayreuth: Stigmatisierung

Die Angestellten am Klinikum Bayreuth dürfen ohnehin nur noch zur Arbeit fahren, sonst sind sie sicherheitshalber alle in Quarantäne. Trotzdem erleben sie im Alltag immer wieder Ausgrenzungen.
| dpa
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Wolken ziehen über das Klinikum Bayreuth.
Wolken ziehen über das Klinikum Bayreuth. © Nicolas Armer/dpa/Archivbild
Bayreuth

Der Verdacht auf die hochansteckende Corona-Mutation aus Großbritannien belastet die mehr als 3300 Mitarbeitenden des Klinikum Bayreuths. Selbst in ihrer Freizeit, wie Pressesprecher Frank Schmälzle nun berichtet.

Eine Kollegin sei an der Tankstelle abgewiesen worden, als ihr Parkausweis vom Klinikum entdeckt wurde. Das Kind einer anderen Kollegin sei in der Notbetreuung isoliert worden. "Es durfte den ganzen Tag nur allein spielen", erzählt Schmälzle. Selbst Nachbarn einer Mitarbeiterin hätten sich schon beim Klinikum beschwert, weil die Frau mit FFP2-Maske die Waschküche des Hauses nutzte.

"Bei aller berechtigten Sorge: Unsere Mitarbeiter mit Patientenkontakt werden täglich getestet. Das ist ein Maß an Sicherheit, das sich kaum noch steigern lässt", meint Schmälzle. "Von den Kollegen geht vermutlich sogar weniger Risiko aus als von jedem anderen Bürger."

Noch bis kommenden Mittwoch dürfen die Angestellten nur ohne öffentliche Verkehrsmittel zur Arbeit kommen, sonst sind sie in Quarantäne. Solange gilt vorerst auch der Aufnahmestopp im Klinikum. Ob das abschließende Ergebnis für die Verdachtsfälle dann schon vorliegt, ist nach Angabe des Klinikums unklar.

Das Klinikum stelle sich auf eine Bestätigung der 23 Verdachtsfälle ein, erklärt Frank Schmälzle. "Solche Verdachtsfälle werden keinesfalls leichtfertig ausgesprochen. Wir rechnen fest damit, dass wir tatsächlich die Mutation im Haus haben."

Nach auffallend hohen Ansteckungszahlen ließ das Klinikum nach eigenen Angaben 30 zufällig ausgewählte Proben von Mitarbeitenden und Patienten testen - elf gelten nun als Verdachtsfälle. Bei einer anschließenden Reihentestung der Angestellten fielen 21 Tests positiv aus. Alle wurden untersucht, bei zwölf Fällen besteht auch hier ein Verdacht auf die Mutation aus Großbritannien.

Die Mutation B.1.1.7 sei im Krankheitsverlauf nicht gefährlicher, wohl aber deutlich ansteckender, teilte das Klinikum mit. Je nach Studie soll die Ansteckungsgefahr um 50 bis 70 Prozent höher liegen .

© dpa-infocom, dpa:210130-99-231197/2

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