Überlastete Klinik: Tschechien schlägt Hilfsangebote aus

Der tschechische Gesundheitsminister hat trotz der angespannten Corona-Lage in seinem Land Hilfsangebote aus Deutschland erneut ausgeschlagen. Sowohl Bayern als auch Sachsen hatten sich bereiterklärt, die Behandlung von Covid-19-Intensivpatienten zu übernehmen. "Es ist ein symbolisches und klares Signal an alle Bürger dieses Landes: Die Tschechische Republik kümmert sich um Euch", sagte Jan Blatny am Donnerstag.
| dpa
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Prag/Cheb

Die Übernahme einzelner Patienten durch das Ausland wäre nach Einschätzung des Ministers "keine Lösung in dieser Situation". Blatny besuchte das besonders stark betroffene Krankenhaus in Cheb (Eger) unweit der bayerischen Grenze. Er sagte daraufhin zu, dass drei zusätzliche Ärzte das erschöpfte Personal unterstützen würden. Zwei Hubschrauber, die Patienten in andere Landesteile bringen, sollen nun rund um die Uhr im Einsatz sein.

Cheb mit rund 30 000 Einwohnern ist auf drei Seiten von Deutschland umgeben. In der gesamten Verwaltungsregion mit Sitz in Karlsbad (Karlovy Vary) war nur noch ein einziges Covid-19-Intensivbett frei. Einen Bericht der tschechischen Zeitung "DenikN", wonach sich die womöglich ansteckendere, erstmals in Großbritannien entdeckte Virusmutation möglicherweise unerkannt und unkontrolliert ausbreite, wies der Gesundheitsminister zurück. Diese Information sei falsch, sagte der 50-Jährige.

In dem EU-Mitgliedstaat mit 10,7 Millionen Einwohnern gab es seit Beginn der Pandemie bereits mehr als eine Million bestätigte Corona-Fälle. Mehr als 16 800 nachweislich Infizierte starben. Rund 5800 Patienten sind aktuell im Krankenhaus in Behandlung.

© dpa-infocom, dpa:210204-99-300499/2

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