Tschechische Opposition fordert Hilfegesuch an Deutschland

In Tschechien ist eine Debatte über ein mögliches Hilfegesuch an Deutschland in der Corona-Krise entbrannt. Hintergrund ist, dass in der westlichen Verwaltungsregion Karlsbad (Karlovy Vary) nahe der bayerischen Grenze die Intensivbetten knapp werden. Am Montag waren dort nur noch drei Betten für Covid-19-Intensivpatienten verfügbar. Die oppositionellen Christdemokraten (KDU-CSL) riefen die Regierung daher auf, die Nachbarstaaten Tschechiens unverzüglich um Hilfe zu bitten.
| dpa
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
Empfehlungen
Prag

Regierungschef Andrej Babis wies die Forderungen der Opposition zurück. Der Gründer der populistischen Partei ANO warf ihr vor, das Thema zu politisieren. Er verwies auf ausreichende freie Kapazitäten in anderen Regionen des Landes. Es sei kein Problem, Patienten in weniger ausgelastete Krankenhäuser innerhalb Tschechiens zu verlegen, betonte auch Gesundheitsminister Jan Blatny.

Aus dem besonders betroffenen Krankenhaus in der Grenzstadt Eger (Cheb) sollen nach Angaben der Agentur CTK nun 14 Patienten nach Marienbad (Marianske Lazne), Rakovnik und Prag gebracht werden. Zuvor hatte ein dort arbeitender Arzt in den sozialen Medien Alarm geschlagen: Man habe bereits entscheiden müssen, "wen wir auf die Intensivstation bringen und wen wir auf einer normalen Abteilung im Endeffekt an einer schweren Covid-Lungenentzündung sterben lassen".

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen Empfehlungen