Trotz Corona kaum Stornierungen im Berchtesgadener Land

Der Königssee und die Berge drum herum gehören zu Bayern bekanntesten Urlaubsgebieten. Nun steigen dort wieder die Corona-Zahlen. Doch Urlauber lassen sich offenkundig nicht abschrecken.
| dpa
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Dunkle Wolken ziehen über einem Hotel hinweg.
Dunkle Wolken ziehen über einem Hotel hinweg. © Christoph Schmidt/dpa/Symbolbild
Bad Reichenhall

Trotz steigender Corona-Zahlen ist die Buchungslage in der Urlaubsregion im Berchtesgadener Land weitgehend stabil. Es gebe bisher mit dieser Begründung keine Stornierungen, hieß es sowohl bei der Tourismusregion in Bad Reichenhall als auch in Berchtesgaden. Allerdings kämen nun mehr Fragen von Touristen, sagte Teresa Hallinger vom Zweckverband Bergerlebnis Berchtesgaden. "Die Mitarbeiterinnen in den Touristinformationen (...) können aber unser Gäste in den meisten Fällen beruhigen."

Die Buchungslage sei seit der Wiederöffnung sehr gut - auch trotz der Unwetter Mitte Juli, die unter anderem in Schönau am Königssee Schäden angerichtet hatten. "Juli und August waren beziehungsweise sind so gut wie ausgebucht", berichtete Hallinger. Nur kurzzeitig hätten Urlauber nach dem Unwetter ihre Reise storniert. Verglichen mit den Vor-Corona-Jahren seien die Einbußen im Tourismus in der Region allerdings "bedrohlich", heißt es beim Verband.

Brigitte Schlögl von der Tourismusregion Bad Reichenhall zeigte sich zumindest momentan zufrieden. "Den Sommer über können wir grundsätzlich von einer sehr guten Buchungslage - bis in den September und Oktober hinein - berichten. Von kleinen Lücken bei einzelnen Betrieben abgesehen sind wir voll."

Die oberbayrische Urlaubsregion hat mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 50 (Stand Montag) einen der höchsten Corona-Werte in Deutschland. Seit Montag müssen daher unter anderem Restaurants oder Hotels wieder negative Tests verlangen. Ausgenommen von der Testpflicht sind vollständig geimpfte oder genesene Menschen.

Eine Sprecherin des Landratsamtes führt die Ansteckungen auf eine Bar und mehrerer Betriebe zurück. "Durch private und berufliche Kontakte hat das Geschehen rasch gestreut, auch in Hotelbetriebe und Gastronomie sowie in Kindergärten und Schulklassen, wo es Übertragungen über die Eltern gab." Eine Rolle spiele wohl auch die Nachbarschaft zu Salzburg, wo Diskotheken und Clubs geöffnet sind.

Anderen Urlaubsregionen in Oberbayern blicken hoffnungsvoll auf den August, dass zumindest ein Teil der schweren Einbußen von der Zeit der Schließungen wettgemacht werden können. "Die Stimmung und Auslastung ist soweit gut", heißt es zum Beispiel bei der Zugspitzregion.

Auch rund um den Chiemsee sind die Herbergen voll. "Spontan über’s Wochenende was zu finden kann schwierig werden, vor allem nahe am See oder an den Bergen", sagte die Sprecherin der Touristenregion Chiemsee-Chiemgau.

Selbst das kühle und regnerische Wetter hat kaum Auswirkungen auf die Buchungen. So heißt es im Zugspitzdorf Grainau, dass lediglich an Campingplätzen Urlauber vereinzelt nicht anreisen. "Die Besucher kommen zu uns wegen den Bergen und den Wandermöglichkeiten (...), planen aber in der Regel keinen Badeurlaub."

© dpa-infocom, dpa:210803-99-677248/2

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