Tarifverhandlungen für Metall- und Elektroindustrie vertagt

Die Tarifverhandlungen der bayerischen Metall- und Elektroindustrie haben diesmal früher begonnen. Doch beim ersten Treffen zeigt sich Uneinigkeit in grundsätzlichen Fragen.
von  dpa
Roboter von ABB arbeiten bei MAN Truck & Bus in einer Werkshalle an Seitenwänden von Fahrerkabinen. Foto: Sven Hoppe/dpa/Archivbild
Roboter von ABB arbeiten bei MAN Truck & Bus in einer Werkshalle an Seitenwänden von Fahrerkabinen. Foto: Sven Hoppe/dpa/Archivbild © dpa

München (dpa/lby) - Die erste Runde der Tarifverhandlungen für die bayerische Metall- und Elektroindustrie ist ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Die Verhandlungen sollen am 16. März fortgesetzt werden, wie beide Tarifparteien am Freitag in München sagten. Noch liegen die Verhandlungspartner offenbar weit auseinander. Vor allem die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen werden sehr unterschiedlich eingeschätzt. Die Verhandlungsführerin der Arbeitgeberseite, Angelique Renkhoff-Mücke, sagte, die Situation sei sehr kritisch. "Die IG Metall verkennt den Ernst der Lage." Die Arbeitnehmerseite betont dagegen, sich mit ihrer positiveren Einschätzung auf die Prognosen großer Wirtschaftsinstitute zu beziehen.

Als nächstes werde man die verschiedenen Themen im kleinen Kreis vertieft diskutieren, sagte der Verhandlungsführer der IG Metall, Johann Horn. Sowohl er als auch Renkhoff-Mücke beschrieben die Gespräche als konstruktiv. Bei der Frage, ob es - wie geplant - bis Ostern gelingt, eine Einigung zu finden, gehen die Meinungen allerdings auseinander: Während Horn sich zuversichtlich äußerte, sagte Renkhoff-Mücke, sie sei "relativ skeptisch".

Die Tarifgespräche in Bayern haben diesmal früher als üblich und ohne eine konkrete Lohnforderung der Gewerkschaft begonnen. Wichtiger ist der Arbeitnehmerseite, Rahmenvereinbarungen für betriebliche Zukunftstarifverträge zu verankern. Zudem will die IG Metall festschreiben, dass bei einer Unterauslastung nicht gleich Jobs abgebaut werden können, sondern zuerst andere Maßnahmen getroffen werden müssen.

Die Arbeitgeberseite sieht allerdings viele der Forderungen der Gewerkschaft kritisch. Sie würden die Unternehmen behindern, sagte Renkhoff-Mücke. Wichtigste Forderung der Arbeitgeberseite ist ein Belastungs-Moratorium, in dem für mindestens fünf Jahre die Lohnentwicklung festgeschrieben werden soll. Dies wiederum wird von der Arbeitnehmerseite kritisch gesehen.

Die Metall- und Elektrobranche hat in Bayern 869 000 Beschäftigte. Laut IG Metall sind 483 000 in tarifgebundenen Betrieben, die Mitglied im Arbeitgeberverband vbm sind.