Tag der Deutschen Einheit ohne Fest in Mödlareuth

Vor 30 Jahren verschlief man in dem Dorf zwischen Thüringen und Bayern den Fall der Mauer. Heute ist Mödlareuth Symbol und Erinnerungsort der deutschen Teilung. Zum Jubiläum fällt die große Party allerdings aus.
| dpa
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Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, sitzt beim virtuellen Parteitag in seinem Büro.
Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, sitzt beim virtuellen Parteitag in seinem Büro. © Sven Hoppe/dpa
Mödlareuth

Im ehemals geteilten Dorf Mödlareuth wird es ausgerechnet 30 Jahre nach der Wiedervereinigung keine traditionelle Feier am Tag der Deutschen Einheit geben. "Die Sicherheit der Leute steht allem voran", sagte eine Sprecherin des Landkreis Hof mit Verweis auf die Corona-Pandemie. Das Dorf mit den etwa 50 Einwohnern an der Grenze zwischen Bayern und Thüringen war jahrzehntelang durch eine Mauer geteilt.

Mehr als 37 Jahre lang war es auf legale Weise nicht möglich, die Grenze zu überschreiten, um von dem einen in den anderen Ortsteil zu gelangen. Auf 100 Metern ist die mehr als drei Meter hohe Mauer samt Stacheldraht und Selbstschussanlagen als Teil des Deutsch-Deutschen Museums im Ort stehengeblieben. Bayern hatte unter den westdeutschen Bundesländern mit 422 Kilometern die längste Grenze zur DDR.

Das "Deutschlandfest" von CDU und CSU, zu dem in der Vergangenheit mehrere tausend Menschen kamen, findet am 3. Oktober coronabedingt virtuell statt. Die Rede von CSU-Chef und Ministerpräsident Markus Söder kann im Internet verfolgt werden. Der Vorsitzende der CDU-Fraktion im Thüringer Landtag, Mario Voigt, und der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) wollen Grußworte senden.

Geschichtsinteressierte können allerdings weiter das Deutsch-Deutsche Museum besuchen, das an die Einheit erinnern wird. Wegen der Corona-Krise werde die Besichtigung der Ausstellungen nur eingeschränkt möglich sein, sagte Museumsleiter Robert Lebegern. "Wir haben versucht, das Bestmöglichste daraus zu machen."

Im Freigelände auf der Seite Thüringens mit original erhaltenen DDR-Sperranlagen könnten sich 200 Menschen gleichzeitig aufhalten, im Museum auf bayerischer Seite 70. "Wir sind froh, dass wir das Programm so durchführen können", sagte Lebegern. Gäste müssten einen Mund-Nasen-Schutz tragen und ihre Kontaktdaten angeben. Wartezeiten sollten eingeplant werden.

Zum Auftakt soll es am 3. Oktober um 9.30 Uhr einen ökumenischen Gottesdienst in der Dorfmitte geben - in einem Zelt mit offenen Seitenwänden. Anschließend sind Reden der drei Landräte der angrenzenden Landkreise geplant.

In Mödlareuth soll es an diesem Tag zudem Veranstaltungen der AfD und der Partei Die Partei geben. Zudem haben kirchliche Verbände eine Kundgebung angemeldet.

Das Historische Museum Bayreuth zeigt zum Jubiläum die Online-Ausstellung "Bayreuth vor 30 Jahren: Ansturm wie sonst nur zum Bürgerfest". In Bamberg ist für den Abend ein Konzert der Deutschen Streicherphilharmonie zur Wiedervereinigung geplant.

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