Streit um 100 geschmuggelte Hundewelpen vor Gericht

Die 100 geschmuggelten Hundewelpen im Nürnberger Tierheim beschäftigen nun auch die Justiz. Der Händler hat Beschwerde gegen die Quarantäne der jungen Hunde eingereicht. Das Verwaltungsgericht Ansbach werde zeitnah über den Eilantrag entscheiden, sagte eine Gerichtssprecherin am Donnerstag. Solange die rechtliche Situation nicht geklärt ist, kann das Tierheim die Welpen nicht vermitteln.
| dpa
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Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand.
Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand. © David-Wolfgang Ebener/dpa
Nürnberg

Die Polizei hatte die Hundebabys Mitte März in einem Transporter mit ungarischen Kennzeichnen entdeckt. Diese sollten den Papieren zufolge in Belgien in den Handel kommen. Nach Angaben des Nürnberger Ordnungsamtes handelte es sich um einen illegalen Transport. Die Altersangaben der Hunde waren demnach alle gefälscht, da diese eigentlich zu jung waren, um aus dem Ausland einreisen zu dürfen.

Die Hündchen kamen wegen fehlender Impfungen in Tollwut-Quarantäne ins Tierheim. Einer der 101 Welpen sei inzwischen gestorben, sagte Leiterin Tanja Schnabel. Den anderen gehe es den Umständen entsprechend gut. "Sie leiden immer noch unter Darmparasiten, einige Hunde müssen noch operiert werden."

Die Unterbringung der Welpen im Tierheim, die Behandlung vom Tierarzt und die Impfung verursachen nach Angaben des Ordnungsamts hohe Kosten, die dieses dem Züchter aus Ungarn oder den Empfängern in Belgien gerne in Rechnung stellen würde.

Deshalb erhofft sich Ordnungsamtsleiter Robert Pollack auch in Hinblick darauf eine Entscheidung des Verwaltungsgerichts Ansbach. "Wir sind sehr gespannt, wie das Gericht das sieht. Die Rechtsmaterie ist aber sehr kompliziert." Das Gericht muss Pollack zufolge auch entscheiden, ob die Tiere nach Ende der Quarantäne an den Halter herausgegeben werden müssen.

Aktuell können die Behörden diesem nur Verstöße gegen die vorgeschriebene Tollwut-Impfung nachweisen. Die Kriminalpolizei ermittelt auch wegen möglicher tierschutzrechtlicher Verstöße. Die Ermittlungen seien jedoch umfangreich und liefen noch, sagte Polizeisprecher Wolfgang Prehl.

Die Polizei entdeckt in Bayern immer wieder geschmuggelte Hundewelpen und Katzenjungen. Allein in diesem Jahr waren es nach Angaben des Landestierschutzverbandes bisher etwa 400 Tiere. Einen Grund sehen die Tierschützer in der gestiegenen Nachfrage nach Haustieren infolge der Corona-Pandemie, was auch unseriöse Angebote befördere.

© dpa-infocom, dpa:210506-99-493378/2

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