Strafrechtsexperte: Drogenkriminalität bei Cannabis-Freigabe

Der Straf- und Medizinrechtsexperte Michael Kubiciel hat vor einem Anstieg der Drogenkriminalität von Jugendlichen und Heranwachsenden bei einer Cannabis-Freigabe gewarnt. Eine Legalisierung von Haschisch und Marihuana für Erwachsene werde dazu führen, dass Volljährige von jüngeren Freunden gebeten würden, Drogen für sie zu kaufen, sagte der Augsburger Professor der "Augsburger Allgemeinen" (Donnerstag). "Die Legalisierung des Erwerbs könnte also paradoxerweise dazu führen, dass junge Erwachsene vermehrt wegen unerlaubter Weitergabe von Drogen verfolgt werden."
| dpa
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Augsburg

Außerdem bestehe bei Jugendlichen ein erhöhtes Risiko, von Cannabis abhängig zu werden. Cannabis könne Psychosen auslösen, in deren Folge die Konsumenten gewalttätig werden. "Angesichts dieser Gefahren lässt sich bezweifeln, dass eine regulierte Freigabe von Cannabis das richtige Signal an Jugendliche aussendet", sagte Kubiciel.

Eine Legalisierung von Cannabis ist bei den Parteien umstritten. Im Sondierungspapier einer möglichen Koalition aus SPD, Grünen und FDP gab es dazu keine Angaben. FDP und Grüne sind für einen "Verkauf in lizenzierten Fachgeschäften". Die SPD hingegen befürwortet eine "regulierte Abgabe" an Erwachsene zunächst in Modellprojekten, die von Präventions- und Beratungsangeboten begleitet werden.

FDP-Generalsekretär Volker Wissing rief zur Vorsicht auf. "Ich bin von Hause aus Jurist und weiß, dass die Legalisierung von Cannabis nicht ganz einfach ist", sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Es gibt vieles, was dafür spricht, aber auch vieles, was man auf dem Weg zur Legalisierung bedenken muss. Es ist wichtig, dass wir die konkrete Umsetzung sehr sorgfältig angehen."

© dpa-infocom, dpa:211028-99-766218/2

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