Staus, Schienen, E-Mobilität: Aufgaben für Bayerns Verkehrspolitik

Bayern ist ein Flächenland mit krassen Gegensätzen. Dörfliche Idylle und die Hektik der Großstadt sind zwei Extreme, die sich in Bayern fast schon wie selbstverständlich begegnen. Der Freistaat hat in puncto Mobilität mit seinen ganz eigenen Problemen zu kämpfen.
| Ronwald Dirkes
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Dreck, Lärm, Stress an der Stadtautobahn: Die Stickstoffdioxid-Belastung an der Landshuter Allee in Neuhausen erreicht bundesweit einen Spitzenwert.
Dreck, Lärm, Stress an der Stadtautobahn: Die Stickstoffdioxid-Belastung an der Landshuter Allee in Neuhausen erreicht bundesweit einen Spitzenwert. © dpa

Tausende Staukilometer kommen auf den Autobahnen zusammen. Gleichzeitig muss der Freistaat Geld in den Schienenverkehr stecken. Ist Bayern damit überfordert oder kommt die Verkehrspolitik beim Abarbeiten der Herausforderungen voran? Ein Blick auf  Herausforderungen und erdachte Lösungen der bayerischen Verkehrspolitik .

Staus in Ballungsgebieten: Bayern mit besonderen Problemen

Bayern steht im Stau – was im ersten Moment amüsant klingt, ist inzwischen leider Realität. Basierend auf einer Anfrage der SPD hat die bayerische Landesregierung errechnet, dass die Staus auf Bayerns Straßen mehr als 15.000 Stunden gekostet haben. Anders ausgedrückt: Die Staus haben – in Kilometer umgerechnet – 73.500 Kilometer Länge erreicht. Eine Erkenntnis, die einerseits verblüfft. Auf der anderen Seite schockieren diese Aussagen. Staus in Bayern reichen fast zweimal um den Globus. Verkehrsadern im Freistaat scheinen heillos überlastet.

Natürlich sind nicht alle Autobahnen und Bundesstraßen in gleicher Weise betroffen. Es gibt einige Hotspots im Freistaat. Als besonderes Nadelöhr entpuppt sich – laut der Anfrage an die bayerische Landesregierung – die A3. Hier mussten Autofahrer im vergangenen Jahr besonders viel Zeit einplanen. Knapp 3.500 Stunden kostete der Stillstand auf der Autobahn 3. Damit ist die A3 trauriger Spitzenreiter. Aber auch auf anderen Trassen sieht die Situation kaum besser aus. Sowohl auf der A8 als auch auf der A9 sind mehr als 3.000 Staustunden aufgelaufen.

Also ob diese Zahlen nicht genug wären: Laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung kommt der ADAC auf ein Vielfaches. Nach dessen Berechnung sind die Staus in Bayern mehr als 266.000 Kilometer lang gewesen. Begründet wird diese Differenz mit unterschiedlichen Herangehensweisen bei der Erhebung relevanter Daten. Der ADAC wertet Verkehrsmeldungen aus, während die Landesregierung auf stationäre Messpunkte setzt – und damit nur einen Teil des Staugeschehens erfasst. Die Datenunterschiede bestätigen dies sehr anschaulich:

Staudaten der bayerischen Landesregierung:
Staulänge – 73.500 Kilometer
Stauzeit – 15.300 Stunden

Staudaten des ADAC:
Staulänge – 266.870 Kilometer
Stauzeit – 83.455 Stunden

Die Zahlen des ADAC geben zudem einen sehr detaillierten Einblick in die Staudynamik. Insgesamt kam Bayern im Jahr 2019 auf über 128.000 Staus. Ein Schwerpunkt ist seit Jahren der Großraum München. Hier sind mehrere Faktoren für die Probleme verantwortlich. Auf der einen Seite ist München Besuchermagnet. Jedes Jahr kommen Hunderttausende in die Stadt – nicht nur zum Oktoberfest, das in diesem Jahr allerdings coronabedingt nicht stattfindet.. Parallel quält sich an Bayerns Landeshauptstadt der Verkehr Richtung Salzburg vorbei.

Damit ist München Einfallstor für alle Reisenden, die Richtung Österreich unterwegs sind. Ein zweiter Aspekt ist die Blechlawine der Pendler. In den zurückliegenden Jahren hat sich das prosperierende München zu einem Hotspot entwickelt. Der ADAC hat für seine Auswertung zum Staugeschehen ermittelt, dass nach München fast 400.000 Menschen pendeln. So hoch ist das Aufkommen in keiner anderen deutschen Stadt. Ermittelt hat diese Zahlen das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung. Entsprechend sieht natürlich die Situation auf den Autobahnen rund um München aus. Einige Abschnitte – wie die A9 zwischen Garching Süd und dem Autobahnkreuz München Nord - gehören zu den besonders stark betroffenen Bereichen.

Neben München entwickelt sich inzwischen der Ausbau der A3 zu einem Nadelöhr. Hier hat ein Ausbau auf sechs Fahrstreifen begonnen. Die damit verbundene Bautätigkeit schränkt den Verkehrsfluss zusätzlich ein – und macht die Autobahn für Pendler, Reisende und Lkw-Fahrer zu einer gefürchteten Staufalle. Und Baustellen sind, zusammen mit Unfällen, eine der häufigsten Ursachen für die Entstehung von Staus in Bayern.

Was plant die Politik gegen überbordende Staus?

Wie entstehen Staus? Bewegt sich eine Autokolonnen mit gleichbleibender Geschwindigkeit und trifft auf ein Hindernis, bremsen die ersten Autos vielleicht nur leicht ab. Durch den Ziehharmonika-Effekt zieht sich das Ganze durch die Kolonne. Ab einem gewissen Punkt ist es nicht mehr mit Abbremsen getan, die Autos halten an. Diese simple Erklärung ist nur Teil des Puzzles.

Dass es in den letzten Jahren immer häufiger zu Staus in Bayern kommt, hat mit einer hohen Frequentierung der Straßen zu tun. Dabei ergibt sich ein komplexes Geflecht verschiedener Ursachen. Auf der einen Seite führen mehr Autos – laut KBA steigt die Zahl der Zulassungen kontinuierlich – zu einem von Haus aus höheren Verkehrsaufkommen. Durch urbane Zentren wie München und die Pendleraktivität wird dieser Aspekt zudem lokal verstärkt. Außerdem sorgen international verflochtene Lieferketten für ein hohes Transportaufkommen über die Straße.

Ursachen für Staus auf Autobahnen:
- wachsende Zahl an Zulassungen
- erhöhtes Aufkommen durch Lieferverkehr
- lokale Hotspots

Aus den Ursachen ergeben sich Lösungsansätze. Auf der einen Seite kann – wie am Beispiel Ausbau der A3 – eine Vergrößerung des Straßennetzes eine Option sein. Hierdurch steht mehr Fläche zur Verfügung, auf die sich der Verkehr verteilen kann. Zweiter Ansatz ist eine konzentrierte Verringerung des Verkehrsaufkommens. An dieser Stelle bieten sich zwei Stellschrauben an. Einerseits kann mit einer Stärkung des öffentlichen Personenverkehrs die Pendlertätigkeit verlagert werden. Auf der anderen Seite bietet sich an, für den Güterverkehr auf die Schiene zu setzen. Beides reduziert die Blechlawine, welche sich jeden Tag über die Autobahnen in Bayern quält.

München sucht Wege aus dem Stau.
München sucht Wege aus dem Stau. © adobe.stock / kara

 

Welche Wege schlägt die Politik ein?

München ist ein Brennglas der Probleme rund ums Auto, Staus und Mobilität. Die Herausforderungen entstehen einerseits durch Pendler aus dem Umland. Auf der anderen Seite ist die Stadt in den letzten Jahren spürbar gewachsen. Das heißt: Viele Berufstätige müssen von einem Ende der Stadt zum anderen Ende.

München will die Herausforderungen in einem Modellplan lösen. Bis 2030 soll dafür die Infrastruktur grundlegend neu gedacht werden. Besonderes Augenmerk liegt auf dem öffentlichen Nahverkehr. Hier will der amtierende OB eine Stärkung erreichen – in dem dieser Mobilitätsaspekt priorisiert wird. Heißt im Klartext: Pläne gehen dahin, Bussen beispielsweise eine zusätzliche Spur zur Verfügung zu stellen. Hier ist der öffentliche Verkehr deutlich schneller unterwegs. Die Idee dahinter ist simpel. Sobald der öffentliche Nahverkehr schneller und bequemer wird, steigen mehr Autofahrer um. Ein voll besetzter Linienbus lässt auf einen Schlag drei bis vier Dutzend Autos wegfallen, in denen nur 1 bis 2 Personen sitzen.

Darüber hinaus plant die Stadt, Mobilität in den Drehkreuzen neu zu organisieren. Mehr Parkplätze und Stellflächen für Fahrräder sind nur zwei der Ansatzpunkte, mit denen die Stadt in den kommenden Jahren eine deutliche Verschiebung in der Mobilität erreichen will. Je mehr Menschen mit Straßenbahnen und Bussen unterwegs sind, umso weniger Verkehr muss sich über die Straße quälen. Eine logische Konsequenz sind weniger Staus, was mit positiven Effekten einhergeht:

- geringere Luftverschmutzung
- schonender Umgang mit Ressourcen
- niedriger Zeitverlust

Um diese Ziele zu erreichen, muss die Stadt nicht allein die private Mobilität neu denken. Gerade der Lieferverkehr auf dem letzten Kilometer ist ein Punkt, welchen München in den kommenden Jahren auf den Prüfstand zu stellen und Ideen zu entwickeln hat.

Nachhaltigkeit im Straßenverkehr: Großes Potenzial in Bayern

Die Ideen aus der Landeshauptstadt hören sich im ersten Moment stimmig an. Besonders die Argumente, welche für den Modellplan 2030 sprechen. Auf der anderen Seite wird mit Gegenwind zu rechnen sein. Im TZ-Interview erklärte der Münchener Oberbürgermeister, dass ein Teil der Pläne zulasten der Autofahrer gehen wird. Ein Punkt, welcher Kritiker auf den Plan rufen wird. Dabei hat Bayern durchaus Entwicklungspotenzial – gerade im Hinblick auf das Thema Nachhaltigkeit.

Was heißt dies im Detail? Ein Studie hat 2020 für die Allianz pro Schieneuntersucht, wie gut die einzelnen Bundesländer im Vergleich zur Nachhaltigkeit im Verkehr dastehen. Beispiel Klimaziel: Hier gibt es laut der Studie nur ein Bundesland, welches die bisher ausgelobten Ziele schafft. Hamburg bewegt sich innerhalb des „Planungssolls“.  Alle anderen Länder reißen die Vorgaben. Bayern ist an dieser Stelle – zusammen mit Niedersachsen, Brandenburg und Hessen im "Tabellenkeller“ angekommen. Der Freistaat steht aber auch bei der Luftqualität vergleichsweise schlecht da. Hinter dem Freistaat kommen nur Hamburg und Hessen. Unterm Strich belegt Bayern in der Studie den letzten Platz. Die rote Laterne hat der Freistaat allerdings nicht erst seit gestern. Gegenüber der letzten Erhebung ist nämlich keine Veränderung zu erkennen.

Dabei zeigt der Nachbar Baden-Württemberg, dass es anscheinend anders geht. Im Vergleichsindex trennen beide Länder ganz 26 Zähler. Besonders krass sind die Unterschiede bei der Lärmminderung und der Flächennutzung.

Anhand der Untersuchung wird eines deutlich: Bayern muss einfach mehr tun, um die Nachhaltigkeit nach vorn zu bringen. Möglichkeiten und Stellschrauben gibt es viele. Die Politik muss letztlich die Herausforderungen annehmen – und in der Lage sein, auch unbequeme Entscheidungen zu fällen. Nur so lässt sich letztlich der erforderliche Wandel erreichen. Hier stellt sich die Frage, mit welchen Maßnahmen die Probleme auf bayerischen Straßen überhaupt in den Griff zu kriegen sind.

Wie lässt sich Verkehr zukunftsfest und nachhaltig gestalten?

Menschen sind in zunehmendem Maß auf Mobilität angewiesen. Die Zeit, in welcher sich das Leben im Umkreis von 10 Kilometern bis 15 Kilometern abspielte, sind schon lange vorbei. Besonders ein Flächenland wie Bayern ist an dieser Stelle mit ganz eigenen Problemen konfrontiert. Auf der einen Seite ist der Freistaat von wirtschaftlichen Hotspots geprägt. München, Ingolstadt, Augsburg oder Nürnberg – nur vier Metropolregionen im Freistaat.

Aus dem Umland entfalten die Städte eine Sogwirkung. Viele Pendler verstopfen die Straßen. Das Problem ist einerseits begrenzter Raum in den Städten in Kombination mit hohen Mieten. München ist für diese Entwicklung ein Paradebeispiel. Hier sind die Mieten und Immobilienpreise in den letzten Jahren massiv gestiegen – teils über dem Niveau des vdp-Preisindex.

Eine nachhaltige Verkehrsplanung sieht sich in diesem Zusammenhang besonderen Herausforderungen gegenüber. Pendler aus dem Umland lassen sich nicht einfach aufs Rad setzen. Was direkt in der City ohne Probleme funktioniert, stößt hier an Grenzen. Denkbar sind zentrale Drehkreuze an den Verkehrsachsen aus dem Umland. Mit ausreichend Parkplätzen und gut ausgebauten Nahverkehrswegen lässt sich ein Teil der Pendler aus dem Auto holen. Hierfür müssen die angebotenen Lösungen einen Mehrwert bieten – in Form von Komfort und Zeit.

Natürlich ist die Nutzung des Nahverkehrs auch eine Zeitfrage. Hier bietet sich eine Kooperation mit lokalen Unternehmen an. Diese fördern Job-Tickets im Rahmen eines geldwerten Vorteils für Arbeitnehmer. Hieraus ergibt sich am Ende für alle Beteiligten eine Win-Win Situation.

Für den innerstädtischen Verkehr ist der öffentliche Nahverkehr nicht die einzige Stellschraube. Die Stadtbevölkerung setzt zwar auf Linienbusse und den Nahverkehr auf der Schiene. Fahrräder sind im Mobilitätskonzept nicht minder wichtig. Aus diesem Grund hat gerade der Ausbau des Radewegenetzes im Zusammenhang mit nachhaltiger Mobilität große Bedeutung. Zusätzlich lässt sich ein nachhaltiger Stadtverkehr auch durch zusätzliche Angebote wie Mieträder und Fahrrad-Sharing unterstützen. In der Summe stehen den Verantwortlichen ganz unterschiedliche Stellschrauben zur Verfügung. Wie so etwas funktionieren kann, wird in diesem Artikel anhand einiger Beispielregionen in Deutschland sehr anschaulich erläutert.

Wichtig ist, diese Konzepte auszunutzen und ineinandergreifen zu lassen. Gerade der Übergang zwischen dem Umland und der Stadt ist an diesem Punkt ein Nadelöhr.

Schienennetz in Bayern: Wo existieren Verbesserungsmöglichkeiten?

Auf den Straßen kilometerlange Staus und auf der Schiene geht es – aufgrund maroder Netze – nur im Schneckentempo voran. Bayern hat im Hinblick auf das Thema Mobilität nicht eine Baustelle, sondern muss sich mit mehreren Projekten herumschlagen. Der Freistaat ist zentraler Baustein im deutschen und europäischen Transitnetz. Gerade der Güterverkehr nach Österreich und in den Mittelmeerraum spielt eine große Rolle.

Gerade im Hinblick auf Nachhaltigkeit spielt die Schiene eine große Rolle. Angesichts dieser Tatsache verblüfft, dass Bayern in den letzten 40 Jahren mehr als 1.400 Kilometer Bahnstrecke aus dem Verkehr genommen hat. Unter anderem sind der Streichliste die Strecken:

Nördlingen – Wildburgstetten
Nürnberg-Stein – Leichendorf
Eging – Kalteneck

zum Opfer gefallen. Viele der stillgelegten Strecken lassen sich heute nicht mehr ohne Weiteres in Betrieb nehmen. Anhand der Auflistung aus einer kleinen Anfrage an die Bundesregierung sind viele der betroffenen Strecken nicht mehr betriebsfähig, da sowohl Schienen als auch Gleisbett fehlen. Diese Strecken lassen sich, wenn dann nur mit sehr viel Aufwand erschließen. Für einige der zuletzt geschlossenen Schienenstrecken ist das Ganze einfacher, da hier noch die entsprechende Infrastruktur zur Verfügung steht.

Trotzdem fließen jedes Jahr hunderte Millionen Euro in das bayerische Streckennetz. Und der Bund will dem Freistaat weiter unter die Arme greifen. In den nächsten Jahren sollen weitere hundert Millionen Euro aus Bundesmitteln in die Modernisierung des Schienennetzes fließen. Interessant ist an dieser Stelle, dass in Investitionen in den Straßenverkehr in den letzten 10 Jahren stärker gewachsen sind.

Unterwegs mit der Bahn - manchmal trügt der schöne Schein.
Unterwegs mit der Bahn - manchmal trügt der schöne Schein. © adobe.stock / Yesphotographers

2009 entsprachen die Investitionen in das bayerische Schienennetz noch mehr als 58 Prozent der Summe, welche ins Straßennetz gesteckt wurde. Inzwischen ist der Anteil auf etwas mehr als 52 Prozent gesunken. Anhand dieser Zahlen wird deutlich, dass die Straße nach wie vor eher im Fokus steht. Dabei könnte ein Ausbau des Schienennetzes nicht nur beim Thema Pendler für Entlastung sorgen. Autozüge wären eine Lösung, um Mobilität auf der Langstrecke neu zu definieren – und dabei gleich mehrere Probleme zu lösen. Wohin fließen dann die vielen Millionen? Beim Schienennetz geht es – wie übrigens auch bei den Autobahnen – in erster Linie um die Erhaltung und Modernisierung. Elektrifizierung und der Erhalt von Bahnhöfen verschlingen jedes Jahr Unsummen.

Wie schneidet Bayern in Sachen Elektroautos ab?

Elektromobilität soll die Fortbewegung sauberer machen. Erklärtes Ziel der Bundesregierung ist eine starke Zunahme der Zulassungszahlen bei Elektro- und Hybrid-Fahrzeugen. Aus diesem Grund wird deren Kauf großzügig gefördert. Laut KBA kommt inzwischen jedes fünfte Elektroauto im Freistaat auf die Straße. Ein positiver Trend, der allerdings nicht darüber hinwegtäuschen kann, dass alternative Antriebe nach wie vor eine Nische bedienen.

Für ganz Bayern wird deren Anteil laut BR mit 1 Prozent beziffert. Zu den Herausforderungen gehören nach wie vor der Anschaffungspreis und die Ladeinfrastruktur. Die Verteilung der E-Cars im landesweiten Durchschnitt ist allerdings extrem heterogen. Besonders stark sind Elektrofahrzeuge in den Ballungsräumen wie Ingolstadt und München vertreten. Hier ist deren Anteil um den Faktor drei bis zwei – gegenüber dem Landesdurchschnitt – höher.

Auf der anderen Seite gibt es natürlich eine ganze Reihe Landkreise mit einem sehr niedrigen Aufkommen. Dies erklärt sich einmal durch lokale Faktoren. In den Mittelgebirgen und dem Voralpenland setzt die Bevölkerung auf herkömmliche Antriebe. Zudem ist die Nähe zu den Autoherstellern sicher ein weiterer Faktor, welche die E-Mobilität antreibt.

Fazit: Bayern muss Straße und Schiene ausbauen

Der Freistaat Bayern steht im Bereich der Verkehrspolitik vor großen Herausforderungen. Im Alltag vieler Bayern dominieren Verkehrsprobleme den Alltag: Zweimal am Tag eine Blechlawine. Besonders die A9, München und die A3 gelten als Staufallen. Bayern arbeitet – auf Landes- und kommunaler Ebene – durchaus an Lösungen. Gleichzeitig kann das Interesse dabei jedoch nicht nur auf die Straße gerichtet sein. Gerade im Hinblick auf die Zukunft der Mobilität braucht es die Schiene und einen funktionierenden Nahverkehr. Das sind Aufgaben, welche Bayern auf Jahre beschäftigen werden. Es bleibt abzuwarten, ob die Politik letztlich an den richtigen Stellschrauben dreht, um die Weichen für den Verkehr der Zukunft zu stellen.


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