Städte und Kreise erhöhen Müllgebühren

Wenn das Müllauto kommt, wird es für viele Bürgerinnen und Bürger in Bayern teurer: Einige Kommunen erhöhen zum Jahreswechsel die Gebühren für die Entsorgung des Hausmülls - so etwa die Stadt München. Die Gründe sind vielfältig.
| dpa
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
Artikel empfehlen
Ein überfüllter Müllcontainer für Papier und Pappe steht am Tag der Entleerung vor einem Haus.
Ein überfüllter Müllcontainer für Papier und Pappe steht am Tag der Entleerung vor einem Haus. © Peter Kneffel/dpa/Archivbild
München/Hof

Viele Bürgerinnen und Bürger in Bayern müssen sich auf steigende Müllgebühren einstellen. So etwa in der Landeshauptstadt München: Der Abfallwirtschaftsbetrieb München (AWM) erhöht die Gebühren zum 1. Januar 2022. Bisher wurden bei wöchentlicher Leerung für eine 80-Liter-Restmülltonne 237,12 Euro im Jahr fällig, künftig sind es 305,76 Euro. Die 1100-Liter-Tonne, die häufig in Mehrfamilienhäusern steht, kostet 2324,40 Euro, bisher waren es 1800,24 Euro. Durch diese Zahlung ist auch die Abholung der Papier- und Biotonnen gedeckt.

Die Gründe für die Erhöhung seien vielfältig, teilte der AWM mit. Die Personalkosten seien gestiegen, umgekehrt seien die Erlöse für viele Wertstoffe wie Altpapier oder Altholz gesunken. Man habe bei der Entscheidung keinerlei Ermessensspielraum, sagte Kommunalreferentin Kristina Frank. Zu den gestiegenen Gehältern der Mitarbeiter sagte sie: "Das haben sich unsere Leute absolut verdient. Denn auch in der nicht einfachen Zeit während der Corona-Pandemie haben sie ihre Arbeit äußerst zuverlässig und engagiert erledigt."

Teurer wird es auch für die Einwohnerinnen und Einwohner des Landkreises Hof im Norden Bayerns: Zuletzt habe man 2009 die Gebühren erhöht, hatte Landrat Oliver Bär (CSU) kürzlich erklärt. 2014 seien die Gebühren sogar gesenkt worden. "Zuletzt hat sich die die Situation allerdings deutlich verändert, so dass nun Handlungsbedarf besteht." Um weiterhin kostendeckend arbeiten zu können, sollen die Gebühren demnach um rund 30 Prozent steigen. Für die 80-Liter-Tonne lag die Gebühr bisher bei 139,20 Euro pro Jahr, ab Januar wären es dann 180,96 Euro. Der Kreistag muss den Plänen noch zustimmen.

Gebührensteigerung für die Müllentsorgung sind auch etwa in Hof, in Würzburg und in Fürth geplant. Nötig werde die Erhöhung durch ein jährliches Minus im städtischen Gebührenhaushalt um jeweils knapp eine Million Euro in den Jahren 2017 bis 2019, teilte Rathaus-Sprecherin Susanne Kramer in Fürth mit. Es sei aber auch beschlossen worden, dass sich "die Stadt künftig noch stärker um Abfallvermeidungsstrategien kümmern wird".

Auf eine Gebührenerhöhung müssen sich auch die Bürgerinnen und Bürger im Landkreis Ostallgäu einstellen. "Für einen durchschnittlichen Haushalt bedeutet das Mehrkosten von etwa 30 Euro pro Jahr", sagte Sprecher Stefan Leonhart. Gründe seien die gestiegene Abfallmenge und ein Rückgang bei den Erlösen durch den Verkauf von Wertstoffen. Außerdem habe die Corona-Pandemie zusätzliche Kosten verursacht: Die Wertstoffhöfe seien länger geöffnet, um die Hygieneregeln bei der Abgabe einhalten zu können.

Gebühren für die Abfallentsorgung müssten kostendeckend sein, heißt es beim Verband kommunaler Unternehmen (VKU). Kommunen und deren Entsorgungsbetriebe könnten hier nicht nach Gutdünken handeln. "Eine Gebührenkalkulation erfolgt immer nach den Vorgaben des Kommunalabgabengesetzes im jeweiligen Bundesland", betonte eine Sprecherin.

Grundsätzlich seien Müllgebühren schlecht vergleichbar. "Abfallgebühren können unterschiedliche Leistungen beinhalten, was sich auch in der Gebühr niederschlägt." Der Aufwand für die Entsorgung sei in dichter besiedelten Städten geringer als auf dem Land, wo weitere Strecken zurückgelegt werden müssten. Unterschiedlich handhaben die Kommunen auch die Abholung des Sperrmülls: Einige Städte und Kreise bieten demnach eine kostenlose Abholung an, verrechneten dies aber mit den Müllgebühren. Zudem spiele es bei der Gebührenberechnung eine Rolle, ob Vergärungs- oder Verbrennungsanlagen noch abgeschrieben werden müssten.

© dpa-infocom, dpa:211107-99-899485/3

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen Artikel empfehlen