Staatsanwaltschaft: Keine Revision nach Doping-Prozess

Die Staatsanwaltschaft verzichtet nach dem Urteil des Landgerichts München gegen den Erfurter Doping-Arzt Mark S. auf eine Revision.
| az/dpa
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Statue der Justitia mit einer Waage und einem Schwert in der Hand.
Statue der Justitia mit einer Waage und einem Schwert in der Hand. © Arne Dedert/dpa/Symbolbild
München

München - Der Oberstaatsanwalt Kai Gräber erklärte in einem Interview der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Dienstag-Ausgabe), dass die Staatsanwaltschaft auf eine Revision verzichtet. Der Anwalt des Arztes will indes Revision vor dem Bundesgerichtshof (BGH) einlegen. Mark S. war am 15. Januar wegen jahrelangen Blutdopings an Sportlern und gefährlicher Körperverletzung zu vier Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt worden. Zudem bekam er ein Berufsverbot von drei Jahren.

Es gebe keinen Grund, Revision einzulegen 

"Mit ein wenig Abstand dazu kann ich sagen, dass die Staatsanwaltschaft nicht in Revision gehen wird. Das Urteil ist zwar bei allen Angeklagten ein bisschen unter den Anträgen der Staatsanwaltschaft geblieben, aber nicht in einem Umfang, der unangemessen erscheint", sagte Gräber der "FAZ". Die Vorsitzende Richterin habe in ihrer Urteilsverkündung die richtigen Worte gefunden. Es gebe keinen Grund, Revision einzulegen.

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Der Anwalt von Mark S., Juri Goldstein, hatte der Deutschen Presse-Agentur dagegen gesagt, es habe einen "erheblichen Verstoß" gegen den Grundsatz eines fairen Verfahrens gegeben. Der BGH in Karlsruhe muss entscheiden, ob vor dem Landgericht München II Verfahrensfehler gemacht wurden.

Die Anwälte von Mark S. hatten in der Verhandlung behauptet, dass der Spitzensport fest mit Doping verbunden sei. Dem widersprach Richterin Marion Tischler: Sie sah in dem Verfahren keine strafrechtlich relevanten Beweise dafür. Zudem bestritt die Kammer, dass Mark S. kein faires Verfahren zugestanden habe, auch wenn es teils eine Vorverurteilung in der Öffentlichkeit gegeben habe.

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