Silphie statt Mais? Erste Versuche laufen positiv

Dass Bayerns Bauern häufig auf Mais setzen, stößt immer wieder auf Kritik. Doch es gibt Ansätze, um für mehr Abwechslung zu sorgen. Die aus Nordamerika stammende Pflanze Silphie sorgt bereits in einigen Regionen für leuchtende Akzente auf dem Acker.
| dpa
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
Artikel empfehlen
Ein Maiskolben reift auf einem Maisfeld.
Ein Maiskolben reift auf einem Maisfeld. © Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Archivbild
Bayreuth

Gelbe Blüten als mögliche Alternative zum Mais: Anbauversuche mit der aus Nordamerika stammenden Energiepflanze Silphie sind vielversprechend angelaufen. Ein Projekt in Oberfranken läuft noch bis 2024 - doch schon jetzt ist man zufrieden, wie eine Sprecherin der Regierung von Oberfranken sagte: Die in den Anbau gesetzten Erwartungen seien weitgehend erfüllt worden. Eine genaue Auswertung könne es aber erst nach Abschluss des Pilotversuchs geben.

2017 wurden die ersten Flächen für den Versuch bepflanzt. Die Frage, die sich die beteiligten Experten und Landwirte stellen: Taugt Silphie als eine naturverträglichere Ergänzung zum Energiemais?

Im vergangenen Sommer blühte die nordamerikanische Becherpflanze auf rund 100 Hektar Ackerland in Oberfranken, 45 landwirtschaftliche Betriebe sind beteiligt. Die Ernte sei anspruchsvoll, sagte die Sprecherin weiter, mache aber bei der Verwendung entsprechender Technik keine Schwierigkeiten. Silphie wird ebenso wie Silomais gehäckselt. Die Ertragserwartungen der Landwirte seien erfüllt worden.

Erfreulich sei, dass sich beim Grundwasserschutz ein großer Vorteil zeige: Silphie hinterlasse deutlich weniger Restnitrat im Boden als Mais. Beim Silphie-Anbau setzten die Landwirte zudem auf mechanische Unkrautbekämpfung etwa mit Hackgeräten - und nicht auf chemische Mittel. Und: Silphie muss nicht jedes Jahr neu gesät werden, das stoppt die Bodenerosion in Herbst und Winter. Wissenschaftlich begleitet wird das Anbauprojekt in Oberfranken von der Universität Bayreuth.

An der Suche nach Ergänzungen zum Mais hat die Landwirtschaft selbst auch ein großes Interesse: Nach derzeit gültigen Gesetzen dürfen neue Biogasanlagen höchstens zu 40 Prozent mit Mais gespeist werden, wie das Landwirtschaftsministerium mitteilte. Für die restlichen 60 Prozent brauche es andere Substrate - wie etwa gehäckselte Silphie.

Der Mais war auch in diesem Jahr die wichtigste Kulturpflanze auf Bayerns Feldern. Denn Silomais ist vor allem ein wichtiges Rinderfutter. Auf mehr als 546.000 Hektar wurden Silo- oder Körnermais angebaut, wie aus Zahlen des Landesamts für Statistik hervorgeht. Danach folgt der Weizen auf knapp mehr als 502.000 Hektar. Zum Vergleich: Im Jahr 1998 wurde in Bayern lediglich auf 379 870 Hektar Mais angebaut.

Beim Pflanzenschutz sei der Mais eine recht extensive Pflanze, die außer einem Herbizid kaum weiteren Pflanzenschutz benötige, sagte Anton Huber, Referent für Getreide und Ölsaaten. "Dennoch ist es wichtig, dass weiter nach Alternativen oder Ergänzungen zum Mais gesucht wird. Der Maisanbau wird in der Gesellschaft inzwischen kritisch gesehen - außerdem bieten Blühpflanzen wie die Silphie oder artenreiche Blühmischungen Vorteile für die Biodiversität."

© dpa-infocom, dpa:211111-99-950102/3

  • Themen:
Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen Artikel empfehlen