Siemens Gamesa prüft Märkte: Rückzug aus China

Siemens Gamesa zieht einen Schlussstrich unter das Windgeschäft in China und stellt auch andere Märkte zur Disposition. "Wir werden den lokalen Vertrieb in China einstellen", sagte Unternehmenschef Andreas Nauen in einem Freitag veröffentlichten Interview mit der "Wirtschaftswoche" (WiWo). Zwar werde die Windtochter des Dax-Konzerns Siemens Energy weiterhin Windturbinen in Tianjin in China produzieren, aber nur für den Export etwa nach Japan. "Das lokale Direktgeschäft in China geben wir auf, weil es nicht mehr interessant für uns ist", sagte Nauen. China sei ein Markt für einheimische Hersteller.
| dpa
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Bauteile stehen in der Fertigungshalle des Siemens Gamesa Offshore-Maschinenhaus-Werkes.
Bauteile stehen in der Fertigungshalle des Siemens Gamesa Offshore-Maschinenhaus-Werkes. © Jörg Sarbach/dpa/Archivbild
München/Zamudio

Ähnliche Rückzugspläne hat Siemens Gamesa mit Hauptsitz im spanischen Zamudio auch für andere Märkte. "Wir stellen auch das Russland-Geschäft auf den Prüfstand", sagte Nauen. "Die Projekte dort sind sehr riskant, weil beispielsweise der Bau eines Windparks an Land nur in wenigen frostfreien Wochen im Jahr möglich ist." Auch in der Türkei "werden wir deutlich vorsichtiger sein." Ausschreibungen verpflichteten die Windradbauer zu einer hohen lokalen Fertigung. "Darauf würden wir in Zukunft verzichten."

Darüber hinaus will Nauen auch die Preise anheben. "Wir haben unsere Onshore-Windturbinen in der jüngeren Vergangenheit sehr oft zu Festpreisen verkauft", so Nauen. Das sei lange Zeit okay gewesen, weil die Turbinen oft zwölf bis achtzehn Monate nach Vertragsabschluss gebaut, geliefert und installiert worden seien. Zuletzt habe es aber starke Preisschwankungen beim Material gegeben. Viele Rohstoffe wie Stahl seien sehr stark gestiegen. "Neue Projekte schließen wir deshalb jetzt mit Gleitpreisklauseln ab - so wie das bei Offshore-Windturbinen mit längerer Projektlaufzeit schon länger üblich ist." Zudem plant Siemens Gamesa eine Preiserhöhung für neue Windturbinen um drei bis fünf Prozent.

© dpa-infocom, dpa:210827-99-990204/2

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