Sammlungen erinnern an Opfer von NS-Kunstraub

Am Beispiel von Restitutionsfällen sollen vergessene Lebensgeschichten jüdischer Menschen als Opfer von nationalsozialistischem Kunstraub erzählt werden. Dafür kooperieren die Stiftung Preußischer Kulturbesitz in Berlin und die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen in München gemeinsam mit den Sendern RBB und BR.
| dpa
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Der Fernsehturm und das Bode Museum spiegeln sich am Abend in der Spree.
Der Fernsehturm und das Bode Museum spiegeln sich am Abend in der Spree. © Lena Lachnit/dpa/Archivbild
Berlin

Das Projekt erzählt nach Angaben von Donnerstag von jüdischen Menschen, die einst das Kulturleben in Deutschland maßgeblich geprägt haben, "dann aber von den Nationalsozialisten verfemt, entrechtet, verfolgt, beraubt und ermordet wurden". Der Fokus soll dabei nicht auf restituierten Werken liegen, sondern auf den Lebensgeschichten von teilweise unbekannten Kunstsammlerinnen und Kunstsammlern, denen die Kunststücke einst gehörten.

"Hinter jedem geraubten oder enteigneten Kunstwerk steht die Lebensgeschichte und das erlittene Unrecht eines Menschen", sagte Kulturstaatsministerin Claudia Roth zum Auftakt des Projekts. "Diesen Biografien hinter den geraubten Kunstwerken nachzugehen, die Vielfalt jüdischen Lebens in der deutschen Gesellschaft vor 1933 auszuleuchten, ermöglicht uns ein wichtiges Erinnern für die Zukunft und bleibt eine wichtige gesamtgesellschaftliche Aufgabe."

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland Josef Schuster bezeichnete das Projekt in einem Grußwort als "wichtig, damit Erinnerung nicht verblasst; damit die Geschichten von Jüdinnen und Juden nicht verschwinden."

Eine Mediathek soll im Frühsommer mit zunächst fünf Lebensgeschichten online gehen. Bis Ende 2024 sollen 30 Persönlichkeiten vorgestellt werden.

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