"Salamanderfresser" breitet sich auch in Bayern aus

Eine der auffälligsten Amphibienarten ist bedroht. Ein Pilz könnte den Feuersalamander in Bayern auslöschen - und das rasend schnell. Er ist aggressiv, tödlich und fürs Auge unsichtbar.
| dpa
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Ein Feuersalamander mit Hautpilz.
Ein Feuersalamander mit Hautpilz. © Miguel Vences/Technische Universität Braunschweig/dpa
Ebrach/Augsburg

Ein Jahr nach dem ersten Fund eines mit einem gefährlichen Hautpilz infizierten Feuersalamanders werden in Bayern immer mehr erkrankte Tiere entdeckt. Betroffen sind Regionen in Unter- und Oberfranken, aber auch in Schwaben fanden Wissenschaftler infizierte Tiere. Zwar seien die Populationen derzeit nicht akut bedroht, mittelfristig könnte sich das aber ändern.

"Die Zusammenbrüche können schlagartig mit regelrechten "Massensterben" erfolgen", heißt es beim Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU) in Augsburg. Diese Erfahrungen habe man in anderen Regionen wie der Eifel oder dem Ruhrgebiet gemacht. Der Feuersalamander wird in der aktuellen Roten Liste der Lurche Bayerns als gefährdet eingestuft.

Der Pilz Bsal (Batrachochytrium salamandrivorans, kurz: Bsal) wurde wahrscheinlich aus Asien eingeschleppt und war 2015 in Deutschland zum ersten Mal an einem freilebenden Tier nachgewiesen worden: in der Eifel an der belgischen Grenze. In den Niederlanden hat der Pilz den Feuersalamander fast ausgerottet, in Belgien ist die Population eingebrochen.

Der tödliche Hautpilz verursacht Löcher und Geschwülste und kann Salamander innerhalb weniger Tage töten. Auch Molche sind in Gefahr. Für den Menschen und andere Tiere ist der Pilz ungefährlich.

Im Juni 2020 wurde erstmals bei einem Feuersalamander aus dem Steigerwald bei Ebrach (Landkreis Bamberg) eine Infektion bestätigt. Das LfU startete daraufhin regional ein Monitoring. Von Juli 2020 bis Mai 2021 wurden im Steigerwald 216 Feuersalamander und 10 Molche untersucht.

"Dabei wurde Bsal an 24 Feuersalamandern und einem Bergmolch in den Landkreisen Bamberg, Schweinfurt und Haßberge entdeckt." Wahrscheinlich werde sich der Pilz weiter ausbreiten. Im Landkreis Unterallgäu wurden zudem im vergangenen Jahr 12 Bergmolche gefunden, die nach dem Pilzbefall verendet waren.

"Es gibt wenig Möglichkeiten, die Ausbreitung des Pilzes im Freiland zu verhindern", sagte ein Sprecher der Landesamtes. In Risikogebieten sollten Spaziergänger auf den Wegen bleiben und Amphibien nicht anfassen. Außerdem sollen sie ihre Hunde an der Leine führen. Bäche, Ufer, Teiche und Tümpel sollte man meiden. Weil der Erreger auch über Erde an Schuhen weitergetragen wird, empfiehlt das Landesamt, sie gründlich zu säubern.

© dpa-infocom, dpa:210625-99-136201/2

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