Razzia im Rhein-Main-Gebiet: Betrugsverdacht im Bausektor

Schlag gegen mögliche Schwarzarbeit und Millionenbetrug: Mit hunderten Einsatzkräften gehen Polizei und Zoll gegen ein dubioses Firmengeflecht vor. Es gibt Durchsuchungen, vier Personen werden festgenommen.
| dpa
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Das Wappen des Zolls ist auf einer Uniform zu sehen.
Das Wappen des Zolls ist auf einer Uniform zu sehen. © picture alliance / dpa/Symbolbild
Schweinfurt/Frankfurt

Mit großangelegten Razzien sind Zollfahnder und Polizisten im Rhein-Main-Gebiet gegen mutmaßliche Betrüger am Bau vorgegangen. Vier Verdächtige seien festgenommen worden. Es habe 59 Durchsuchungsbeschlüsse für Wohn- und Geschäftsgebäude gegeben, teilte das zuständige Hauptzollamt Schweinfurt am Mittwoch mit. Rund 200 000 Euro konnten sichergestellt werden.

Im Fokus stünden Hauptverantwortliche eines Bauunternehmens sowie mehrere mutmaßliche Scheinrechnungssteller. Sie sollen unter anderem Arbeitsentgelt veruntreut, die Sozialkassen betrogen und Lohnsteuer hinterzogen haben - es könnten bis zu 15 Millionen Euro sein, sagte eine Zollsprecherin.

Mehr als 550 Einsatzkräfte beteiligten sich an den Aktionen im Raum Aschaffenburg und dem Großraum Darmstadt/Frankfurt/Main. Der Fokus lag den Angaben zufolge auf Hessen.

Festgenommen wurden eine Frau und drei Männer. Ob sie zur organisierten Kriminalität zählen, werde noch ermittelt. Details zur Baufirma wollte die Sprecherin nicht nennen.

Die Verdächtigen sollen ein ausgeklügeltes Betrugssystem betrieben haben. So sollen Scheinfirmen eigens zu dem Zweck gegründet worden sein, um sogenannte Abdeckrechnungen auszustellen für Leistungen, die nicht erbracht wurden. Solche Rechnungen würden dann gekauft und eingebucht, erklärte die Sprecherin. Ein großer Teil des Betrages fließe dann bar zurück, meist unter Abzug einer Provision. So werde dann Bargeld etwa für Schwarzarbeiter generiert, Sozialabgaben würden umgangen, Steuern nicht gezahlt.

Eingesetzt waren seit den Morgenstunden zahlreiche Zollfahnder, aber auch Spürhunde und Spezialkräfte der Polizei. Mithilfe der Hunde sei das Bargeld gefunden worden, hieß es. Zudem nahmen die Einsatzkräfte etliche Beweismittel mit und sicherten Vermögen der Beschuldigten.

Die Ermittlungen zu dem sogenannten Kettenbetrugsverfahren wurden durch die Finanzkontrolle Schwarzarbeit beim Hauptzollamt Schweinfurt koordiniert im Auftrag der Staatsanwaltschaft Darmstadt.

© dpa-infocom, dpa:210127-99-192904/3

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