Rabbiner kritisieren Kardinal Müllers Verschwörungsmythen

Die Konferenz Europäischer Rabbiner (CER) kritisiert Kardinal Gerhard Ludwig Müller scharf für dessen Verschwörungsmythen über eine angeblich geplante Gleichschaltung der Menschen nach Corona. Der CER-Präsident, Oberrabbiner Pinchas Goldschmidt, forderte den Vatikan und die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) auf, "sich von solchen kruden Aussagen und Positionen klar distanzieren".
| dpa
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Der Präsident der Europäischen Rabbinerkonferenz (CER), Pinchas Goldschmidt.
Der Präsident der Europäischen Rabbinerkonferenz (CER), Pinchas Goldschmidt. © Stephanie Pilick/dpa/Archivbild
Rom/München

"Religionsvertreter sollten gerade in dieser Zeitphase, in der mit Verschwörungsmythen, falschen Narrativen und Hass versucht wird, unsere Gesellschaft zu spalten und sie gegen Demokratie und Pluralismus aufzuhetzen, mäßigend wirken und entschieden für den gesellschaftlichen Zusammenhalt eintreten und sich gegen Verschwörungen, Hass und Verleumdungen stellen", sagte Goldschmidt laut Mitteilung vom Mittwoch.

Müller (73), der frühere Bischof von Regensburg Ex-Chef der Glaubenskongregation im Vatikan hatte in einem Interview davon gesprochen, dass hinter Maßnahmen gegen die Pandemie eine finanzkräftige Elite stecke. Der Kardinal und Richter am höchsten Gericht des Vatikans erwähnte auch explizit den amerikanisch-jüdischen Investor George Soros. Dies könne "als antisemitische Chiffre gewertet werden", sagte der Politikwissenschaftler und Experte für Verschwörungstheorien, Jan Rathje.

"Die Aussagen von Kardinal Müller sind eine große Enttäuschung für sehr viele Menschen, die in dieser schwierigen Zeit der Pandemie nach Orientierung suchen und Zuversicht brauchen", sagte Goldschmidt.

Und auch der bayerische Antisemitismusbeauftragte Ludwig Spaenle (CSU) kritisierte Müllers Äußerungen scharf: "Kardinal Müller hat antijüdische Klischees bedient und macht antisemitische Gedanken bei manchen Gläubigen hoffähig." Er forderte ihn auf, sich von seinen Äußerungen zu distanzieren und dafür zu entschuldigen.

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