Prozess wegen schwerer Industriespionage bei Koenig & Baue

Weil vier frühere Mitarbeiter eines Tochterunternehmens des Druckmaschinenherstellers Koenig & Bauer Insiderwissen für die Konkurrenz genutzt haben sollen, müssen sie sich seit Freitag vor dem Stuttgarter Landgericht verantworten.
| AZ/dpa
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Eine Statue der Justitia mit einer Waage in ihrer Hand.
Eine Statue der Justitia mit einer Waage in ihrer Hand. © David-Wolfgang Ebener/dpa/Symbolbild

Stuttgart - Bei dem Prozess geht um den Vorwurf des Verrats von Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen. Hauptangeklagter ist ein 61 Jahre alter Mann, der im Raum Ludwigsburg ein kleines Konkurrenzunternehmen betreibt. Er war bis Anfang 2008 Kundendienstleiter bei einer Blechdruck-Maschinen-Herstellerfirma.

Der Hauptangeklagte soll sich der Staatsanwältin zufolge bei der Koenig & Bauer-Tochter unzählige Fertigungszeichnungen für Blechdruck-Maschinenkomponenten unrechtmäßig verschafft haben, ehe er aus dem Unternehmen ausschied. Ziel sei es gewesen, mit den Daten mit einem eigenen Unternehmen seinem früheren Arbeitgeber Konkurrenz zu machen. Die Zeichnungen seien ihm nicht überlassen worden. Der Hauptangeklagte habe der Geheimhaltungspflicht unterlegen. In seinem Unternehmen seien dann die Zeichnungen geändert worden. So wurde das alte Logo entfernt und durch ein neues ersetzt. Gleichfalls sollen die Zeichnungs- und Teilenummern verändert worden sein.

Das Unternehmen des Hauptangeklagten wartet und rüstet Blechdruck-Maschinen um. Die geänderten Zeichnungen wurden dann nach Darstellung der Anklage für Preisanfragen oder Teilebestellungen genutzt. Die anderen drei Angeklagten sollen dabei mitgewirkt haben. In der Vergangenheit hatte der Hauptangeklagte die Vorwürfe zurückgewiesen.

Koenig & Bauer ist eine Institution des deutschen Maschinenbaus. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Würzburg nimmt eigenen Angaben zufolge eine führende Position im Bereich der Blechdrucke ein.

Auslöser der Ermittlungen war eine Anzeige des in Stuttgart ansässigen Tochterunternehmens des Druckmaschinenherstellers. 2015 kam es dann zu Durchsuchungen und schließlich wurde Anklage erhoben. Der Prozess ist zunächst bis Ende April 2021 terminiert.

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