Prozess wegen hundertfachen sexuellen Missbrauchs ausgesetzt

Bereits kurz nach Beginn ist das Verfahren gegen einen Mann wegen hundertfachen sexuellen Kindesmissbrauchs vor dem Landgericht Ulm ausgesetzt worden. Grund ist die Befangenheit einer Schöffin. Sie hatte sich am Mittwoch gleich zu Beginn als befangen erklärt, wie ein Sprecher des Landgerichts mitteilte. Sie habe mitgeteilt, mit einem der mutmaßlichen Opfer "gut befreundet" zu sein und auch die Mutter des Angeklagten zu kennen.
| dpa
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Eine Statue der Justitia hält eine Waage und ein Schwert in der Hand.
Eine Statue der Justitia hält eine Waage und ein Schwert in der Hand. © Arne Dedert/dpa/Symbolbild
Ulm

Wann das Verfahren fortgesetzt werden kann, war zunächst unklar. Das Gericht ist laut dem Sprecher auf absehbare Zeit vorrangig mit anderen Verfahren beschäftigt. Der 45-jährige Angeklagte befindet sich nicht in Untersuchungshaft und bleibt somit auf freiem Fuß.

Ihm wird in dem Verfahren vorgeworfen, über Jahre hinweg seine Halbschwester und vier Freundinnen des Mädchens sexuell missbraucht zu haben. So soll er nach Angaben des Gerichts in den Jahren 1996 bis 2005 die Mädchen immer wieder missbraucht haben, wenn diese in seiner Wohnung in Ulm übernachteten. Die Mädchen waren zu den mutmaßlichen Taten zwischen 6 und 13 Jahren alt. Laut Anklage muss sich der Mann für mehr als 400 Fälle sexuellen Missbrauchs von Kindern verantworten - darunter 20 schwere Fälle. Bei den mutmaßlichen Taten war der Angeklagte zwischen 20 und 25 Jahre alt.

© dpa-infocom, dpa:210622-99-100763/3

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