Passauer Soziologe: Trotz Corona verdrängen viele den Tod

In der Corona-Pandemie mit den täglichen Meldungen über Covid-19-Tote verdrängen nach Ansicht des Passauer Soziologen Matthias Meitzler viele Menschen den Tod. "Für alle, die niemanden verloren haben, bleiben das abstrakte Zahlen", sagte der 35-Jährige. Entscheidend sei die persönliche Betroffenheit. "Auch schon vor der Pandemie wussten alle, dass täglich Menschen sterben. Das verdrängen die meisten aber im Alltag."
| dpa
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Der Soziologe Matthias Meitzler von der Universität Passau.
Der Soziologe Matthias Meitzler von der Universität Passau. © Privat/Matthias Meitzler/dpa/Handout
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Die Pandemie könnte aber bestehende Trends rund um Tod und Trauer verstärkt haben. "Trauer und Beisetzungen werden zunehmend technisiert. Dazu gehören unter anderem Trauerhallen mit Kameras, die auf Wunsch die Trauerrede filmen, damit Nichtanwesende sie per Stream verfolgen können", sagt der 35-Jährige. Früher hätte das Filmen noch als pietätlos gegolten.

Auch der Wunsch nach privateren Beisetzungen könnte zunehmen. Das habe sich schon vor Corona abgezeichnet. "Immer häufiger steht in Traueranzeigen, dass von Beileidsbekundungen am Grab abzusehen sei. Oder die Beisetzung hat längst unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattgefunden", erläutert Meitzler.

© dpa-infocom, dpa:210809-99-774060/2

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