Nürnberg hält zunächst an Modernisierung von Opernhaus fest

Trotz erheblicher zu erwartender Kosten für den Steuerzahler und massiver öffentlicher Kritik will die Stadt Nürnberg zunächst an Plänen zur Sanierung ihres historischen Opernhauses festhalten. Eine am Freitag ausgesprochene Empfehlung der Opernhaus-Kommission an den Nürnberger Stadtrat sieht vor, eine "größtmögliche Beteiligung des Freistaats Bayern" an der Finanzierung anzustreben. Der Stadtrat soll am 15. Dezember entscheiden.
| dpa
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Nürnberg

Experten gehen davon aus, dass für die Sanierung und Modernisierung sowie für die Errichtung einer Ausweichspielstätte für eine Übergangszeit Kosten in Höhe von bis zu einer Milliarde Euro entstehen könnten. Das mehr als 100 Jahre alte Gebäude entspricht nicht mehr den neuesten Anforderungen, etwa an Brandschutz und Bühnentechnik und kann nur noch bis maximal 2025 als Spielstätte genutzt werden.

Oberbürgermeister Marcus König (CSU) kündigte eine breite Bürgerbeteiligung bei der endgültigen Entscheidungsfindung an. Angesichts der im Raum stehenden Summen sei die Akzeptanz aus der Bürgerschaft wichtig. "Die Frage, wie wir mit Opernhaussanierung, Interim und allen damit zusammenhängenden Themen umgehen, wird die Stadt, unsere Kultur und auch Stadtentwicklung in den nächsten Jahren prägen", sagte König.

Als Ausweichspielstätte steht die von den Nationalsozialisten errichtete, aber nie vollendete Kongresshalle auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände zur Debatte. Die Nutzung für kulturelle Zwecke von Teilen des hufeisenförmigen Monumentalbaus, der seit 70 Jahren weitgehend ungenutzt leer steht, ist aus historischen Gründen umstritten. Eine Entscheidung soll noch in diesem Jahr fallen.

© dpa-infocom, dpa:211022-99-699864/2

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