Neue Runde im Prozess um tödlichen Raser-Unfall Ende Mai

Fünf Jahre ist es her: Bei einem Frontalzusammenstoß starben bei Rosenheim zwei junge Frauen. Doch die juristische Aufarbeitung zieht sich immer noch hin. Jetzt steht zum dritten Mal ein Autofahrer vor Gericht, der den Unfall mitverursacht haben soll.
| dpa
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Eine goldfarbene Justitia-Figur.
Eine goldfarbene Justitia-Figur. © Britta Pedersen/zb/dpa/Archivbild
Traunstein

Fast fünf Jahre nach einem tödlichen Überholmanöver geht der Prozess gegen einen der mutmaßlichen Mitverursacher Ende Mai in eine weitere Runde. Am 27. Mai soll der Prozess erneut starten, wie die Vizepräsidentin und Sprecherin des Landgerichts Traunstein Andrea Titz, mitteilte. Bis Mitte Juni sind sieben Verhandlungstage angesetzt. Erneut sollen rund 30 Zeugen gehört werden. Das Oberbayerische Volksblatt (OVB) hatte bereits darüber berichtet.

Im November 2016 um 21.06 Uhr hatte ein junger Autofahrer aus Ulm in einer langgezogenen Rechtskurve bei Rosenheim zum Überholen angesetzt. Doch statt ihn einscheren zu lassen, soll der Angeklagte den Abstand zu dem vor ihm fahrenden Freund so verringert haben, dass der Ulmer nicht einscheren konnte - er raste in ein entgegenkommendes Auto mit drei jungen Frauen. Die 21-jährige Fahrerin sowie eine 15-Jährige starben. Deren damals 19-jährige Schwester überlebte schwer verletzt, ebenso die Beifahrerin des Ulmers.

Der 27-Jährige und ein an dem Unfall beteiligter Freund waren zuvor in zwei Instanzen jeweils zu Freiheitsstrafen ohne Bewährung verurteilt worden. Im Fall des Freundes bestätigte das Bayerische Oberste Landesgericht in München das Urteil des Landgerichts Traunstein von zwei Jahren und fünf Monaten. Für den 27-Jährigen aber hob das Gericht das Urteil von zwei Jahren und drei Monaten wegen eines Formfehlers auf und verwies den Fall zur erneuten Verhandlung an eine andere Strafkammer des Landgerichts Traunstein zurück.

Angehörige der Getöteten waren in der Prozess-Serie als Nebenkläger ausgetreten. Der Fall hatte die Region tief erschüttert. Zeitweise wurde spekuliert, ob sich die beiden Einheimischen ein illegales Autorennen lieferten. Im Traunsteiner Prozess kam der Richter aber zu dem Schluss, dass dies nicht der Fall war. Die beiden hatten demnach vielmehr den Abstand zwischen ihren Autos verringert. Der Ulmer sei deshalb nach seinem mit überhöhtem Tempo gefahrenen Überholmanöver nach links ausgewichen, da er nicht einscheren konnte. So kam es zu dem Zusammenstoß.

In Rosenheim gab es eine Szene, die mehrfach mit Raserei und getunten Autos auffiel. Mit einer eigenen Ermittlungsgruppe hatte die Polizeiinspektion Rosenheim den Druck auf die sogenannte Auto-Poser-Szene erhöht. Der Freund des Mannes, der nun erneut vor Gericht steht, war seinerzeit noch vor seinem Amtsgerichtsprozess bei einem waghalsigen Autorennen erneut von der Polizei gestoppt worden.

© dpa-infocom, dpa:210510-99-534689/2

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