Naturschützer: Grundlage für Genehmigung von B26n fehlt

Der Bau einer seit Jahren umstrittenen Schnellstraße nordwestlich von Würzburg muss nach Angaben von Naturschützern wegen Planungsversäumnissen gestoppt werden. So seien etwa Umweltauswirkungen der Bundesstraße 26 neu (B26n) nur unzureichend oder überhaupt nicht berücksichtigt worden, teilte der Bund Naturschutz in Bayern am Dienstag mit. Der Verzicht auf die Straße sei nicht geprüft worden. Die Bestände diverser Tierarten seien teilweise lückenhaft erfasst worden. "Insgesamt betrachtet sind die bisher vorgelegten Unterlagen schlicht ungeeignet, um die Belange des Klimaschutzes zutreffend behandeln zu können." Das Projekt sei nicht genehmigungsfähig.
| dpa
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Würzburg

Die Regierung von Unterfranken hatte im Juli das sogenannte Planfeststellungsverfahren für den ersten Bauabschnitt eingeleitet - zwischen Karlstadt und dem Autobahnkreuz Schweinfurt/Werneck. "Wir sichten alle Einwendungen, die eingegangen sind", sagte der Sprecher der Bezirksregierung, Johannes Hardenacke, in Würzburg. Sorgfalt und Gründlichkeit seien Richtgrößen bei solch umfangreichen Planfeststellungsverfahren.

Bei einem Planfeststellungsverfahren werden unter anderem Einzelfragen der Bebauung oder des Lärm- und Umweltschutzes geprüft. Dann wird festgelegt, wo was mit welchen Auflagen gebaut werden kann. Privatleute können Einwände geltend machen - beispielsweise die Wertminderung von Grundstücken durch das Projekt. Das Verfahren endet mit einem Planfeststellungsbeschluss, einer Art Baugenehmigung. Gegner derartiger Bauprojekte können gegen einen solchen Beschluss noch vor Gericht ziehen.

Gegen die B26n gibt es seit Jahrzehnten großen Protest von Bürgern und Naturschützern. Die 49 Kilometer lange Schnellstraße soll nach dem Willen der Planer zwei Fahrspuren je Richtung haben und westlich von Würzburg von der Autobahn 3 abzweigen. Von da an führt die Trasse über Karlstadt (Landkreis Main-Spessart) nach Werneck (Landkreis Schweinfurt) und damit zur A7.

© dpa-infocom, dpa:211116-99-19499/2

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