Nasenspray half in fast 100 Drogen-Notfällen

92 Mal hat ein spezielles Nasenspray Menschen in Bayern bei Heroin- und anderen Opiat-Überdosen das Leben gerettet. "Bei richtiger Anwendung wirkt es schnell und kann die Wirkung von Opioiden vorübergehend ganz aufheben", sagte der bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) am Donnerstag laut Mitteilung.
| dpa
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Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek bei einer Pressekonferenz.
Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek bei einer Pressekonferenz. © Sven Hoppe/dpa/archivbild
München

Seit 2018 wurden 537 Menschen - vor allem Drogenabhängige - im Rahmen des Modellprojekts "Take-Home-Naloxon in Bayern" im Umgang mit den Naloxon-Nasensprays geschult. Das Mittel durften davor nur Ärzte verabreichen. "Die Anwendung des Nasensprays ist sehr, sehr einfach", sagte Olaf Ostermann vom Suchthilfeverein Condrobs. "Packung auf, Fläschchen in die Nase stecken und draufdrücken - fertig." Bis das Spray wirkt, müsse man Wiederbelebungsmaßnahmen wie Beatmung und eine Herz-Druck-Massage durchführen.

Schulungen, die Condrobs anbietet, sind laut Ostermann rechtlich nicht nötig, um das Nasenspray zu verwenden. Ein Aufklärungsgespräch beim Arzt genüge. Trotzdem hält er Schulungen für sinnvoll: "Zum einen gibt es bei Naloxon ein paar Dinge, die man wissen sollte. Zum anderen können in den Schulungen weitere wichtige Themen der Ersten Hilfe vermittelt werden." Die Nasensprays dürfen bisher nur an Opiatgebraucher als Notfallmedikament verschrieben werden.

Der Freistaat hatte das Modell-Projekt, das mittlerweile beendet ist, mit 300.000 Euro gefördert. Holetschek will auch zukünftig Naloxon-Schulungen unterstützen. Auch bundesweit sollen laut der Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Daniela Ludwig, solche Angebote gefördert werden.

© dpa-infocom, dpa:210909-99-154685/2

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