Nach Absage: Barlach-Kreuz für Dorfkirche Unterammergau

Das "Kruzifix II" des deutschen Bildhauers Ernst Barlach wird vorerst in der Dorfkirche St. Nikolaus in Unterammergau hängen. Ursprünglich sollte das Werk des berühmten Künstlers bei einer Ausstellung zu den Passionsspielen im Nachbarort Oberammergau in der mSE Kunsthalle des Kunstförderers Christian Zott gezeigt werden. Wegen der Absage der Passion stand es aber monatelang im Depot, wie ein Sprecher der Kunsthalle am Dienstag sagte.
| dpa
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Zott und die Familie Barlach, die das Werk für die Passion von Hamburg nach Oberbayern verliehen hatte, stellten es nun für die Dorfkirche zur Verfügung. Das "Kruzifix II" soll am Donnerstag an der Rückseite des Kirchenschiffs unter der Orgel einen Platz bekommen.

Ernst Barlach (1870-1938) schuf das Kruzifix aus Gips am Ende des Ersten Weltkriegs in der Absicht, einen Abguss für einen Soldatenfriedhof herzustellen. Dies wurde nicht verwirklicht. 1931 wurde aber ein Bronzeguss des Kreuzes in der Marburger Elisabethkirche aufgestellt - obwohl die Nationalsozialisten Barlach als entartet verfemt hatten und das Werk einschmelzen wollten. Weitere Abgüsse sind den Angaben zufolge in Kirchen in Güstrow, Lübeck, Bremen und Köln zu sehen.

In Unterammergau wird nun das gipserne Urbild des Kruzifixes angebracht. "Das Kruzifix ist ein besonderes Werk", sagte Zott, "nicht nur wegen seiner Geschichte und seiner kunsthistorischen Bedeutung, sondern vor allem wegen des unmittelbaren, bewegenden Ausdrucks von Würde und Leid." Das Kunstwerk wird unter Glas geschützt sein. Wie lange es in der Kirche bleiben soll, ist offen.

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