Mordprozess: Mutter nach Wettverlusten getötet?

Gegen eine Frau, die ihre Mutter nach Wettverlusten aus Habgier getötet haben soll, hat am Freitag der Mordprozess in Paderborn begonnen. Die 1973 geborene Angeklagte habe über ihren Verteidiger erklärt, sie werde sich zum Tatvorwurf nicht äußern, sagte eine Sprecherin des Landgerichts. Auf den Fall waren die Ermittler nach einem Unfall mit drei beteiligten Fahrzeugen auf der Autobahn 3 nahe Erlangen im September 2019 gestoßen. Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) - mit Dienstwagen und Fahrer unterwegs - war damals zufällig Augenzeuge geworden und hatte einer schwer verletzten Frau Ersthilfe geleistet. Die Angeklagte soll die Tat am Tag des Unfalls in Borchen bei Paderborn begangen haben.
| dpa
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Ein Polizeiwagen steht vor dem Land- und Amtsgericht Paderborn.
Ein Polizeiwagen steht vor dem Land- und Amtsgericht Paderborn. © David Inderlied/dpa/Archiv
Paderborn

Die Frau hatte laut Staatsanwaltschaft erhebliche Verluste aus Sportwetten aufgetürmt. Es seien auch Rückzahlungen an die Mutter aus einem privaten Darlehensvertrag fällig gewesen. Die Angeklagte habe zudem an ihr Erbe gelangen wollen. Sie hatte ihrer Mutter der Anklage zufolge Arzneimittel in hoher Dosis zugeführt, sie mit einem Kissen erstickt und ihr massiv blutende Wunden im Gesicht und am Kopf mit Nachttischlampen zugefügt.

Stunden nach der mutmaßlichen Tat war die Frau zusammen mit ihrem Ehemann auf der A3 in Franken in den schweren Autounfall verwickelt. Sie war schwer verletzt in ein Krankenhaus gekommen. Bayerns Innenminister Herrmann hatte an dem Tag den Notruf gewählt und einem Unfallopfer aus einem Wagen geholfen.

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