Ministerien warnen Rückkehrer vor Coronavirus-Erkrankungen

In Bayern enden die Faschingsferien. Damit steigt die Gefahr, dass Urlauber eine Coronavirus-Erkrankung mitbringen könnten. Schüler sollen sogar ohne Symptome zu Hause bleiben, wenn sie in einem Risikogebiet waren.
von  dpa
Melanie Huml (CSU), Gesundheitsministerin von Bayern. Foto: Matthias Balk/dpa
Melanie Huml (CSU), Gesundheitsministerin von Bayern. Foto: Matthias Balk/dpa © dpa

München (dpa/lby) - Bayerns Gesundheitsministerium hat aus Anlass des Endes der Faschingsferien im Freistaat Italienurlauber zu besonderer Vorsicht wegen der Coronavirus-Erkrankungen aufgefordert. Feriengäste, die nach ihrem Urlaub einen begründeten Verdacht auf eine Infektion hätten, sollten sich telefonisch an ihren Hausarzt wenden, teilte das Ministerium am Samstag mit.

Ein begründeter Verdachtsfall bestehe bei Menschen, die Symptome haben und sich vorher in einem Risikogebiet aufgehalten haben. "Wer in Italien mit einem Coronavirus-Erkrankten persönlichen Kontakt hatte, sollte sich umgehend an sein Gesundheitsamt wenden", betonte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU).

Schüler, die in den vergangenen beiden Wochen in einem der ausgewiesenen Risikogebiete waren, sollen auch ohne Symptome am Montag, dem ersten Schultag, möglichst zu Hause bleiben. Die Schule sei dann darüber zu informieren, teilte das Kultusministerium mit. "In diesem Fall gilt die Nichtteilnahme am Unterricht als entschuldigt", hieß es. Als Risikogebiet gelten in Italien unter anderem die Lombardei sowie verschiedene Regionen in China, Südkorea und dem Iran.

Ähnliche Maßnahmen gelten seit Samstag an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt, wie eine Sprecherin am Samstag mitteilte. Hochschulmitglieder, die nach dem 14. Februar in den Risikogebieten waren, sollen sich bei der Hochschule melden und nach der Rückkehr für zwei Wochen von zu Hause aus arbeiten - ob Studierender oder Mitarbeiter. Zudem würden bereits genehmigte Reisen oder Exkursionen in die betroffenen Gebiete ausgesetzt, hieß es weiter.

Die Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns betonte nochmals, dass Patienten mit Verdacht auf eine Coronavirus-Infektion keine Arztpraxis oder Krankenhaus-Notaufnahme ohne telefonische Anmeldung aufsuchen sollten. "Denn es besteht das Risiko, auf dem Weg dorthin oder in der Praxis selbst, das Virus zu verbreiten." Korrekt sei es, den Ärztlichen Bereitschaftsdienst unter der Telefonnummer 116 117 anzurufen. "Dort erhalten sie medizinisch fundierte, konkrete Handlungsempfehlungen."

Die meisten Sars-CoV-2-Infizierten haben nur eine leichte Erkältungssymptomatik mit Frösteln und Halsschmerzen oder gar keine Symptome. 15 von 100 Infizierten erkranken laut Robert Koch-Institut schwer. Sie bekommen etwa Atemprobleme oder eine Lungenentzündung. Nach bisherigen Zahlen sterben ein bis zwei Prozent der Infizierten, weit mehr als bei der Grippe.