Mentoren sollen Pflege-Azubis in Krisensituationen helfen

Schon vor der Corona-Krise war klar: Bayern braucht mehr Pflegekräfte. Die Pandemie hat die Probleme in der Branche noch einmal deutlich vor Augen geführt. Damit weniger Nachwuchskräfte ihre Ausbildung abbrechen, soll es nun eine Lösung geben.
| dpa
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Eine Krankenpflegerin reicht einem Patienten ein Glas Wasser.
Eine Krankenpflegerin reicht einem Patienten ein Glas Wasser. © Daniel Karmann/dpa/Archivbild
München

Um die Ausbildung in der Pflege auch in Krisen besser meistern zu können, stellt das Gesundheitsministerium angehenden Pflegekräften Experten zur Seite. Ein Team aus zwei Pflegespezialisten, einer Psychologin und einem Sozialpädagogen solle Azubis in schwierigen Situationen oder bei Zweifeln mit Rat zur Seite stehen, teilte Ministerin Melanie Huml (CSU) am Sonntag in München mit. Das Mentoren-Angebot sei kostenlos und anonym.

"Angehende Pflegefachpersonen müssen schon sehr früh Verantwortung übernehmen, wenn sie schwer erkrankte oder alte Menschen versorgen, da sie von Beginn an nicht nur die schönen Seiten des Berufs erleben, sondern auch mit Krankheit, Leiden, Sterben, Tod und Trauer konfrontiert werden", so Huml. "Das zu verarbeiten, fällt nicht jedem leicht und bedarf im Einzelfall einer besonderen Unterstützung."

Sie sei überzeugt, dass viele angehende Pflegefachpersonen durch eine fundierte Beratung in einer frühen Phase des Berufslebens so gestärkt werden, dass sie auch langfristig und nachhaltig für Krisensituationen gerüstet sind, sagte die Ministerin weiter. Schon vor der Corona-Pandemie sei klar gewesen, "dass wir mehr junge Menschen für den Pflegeberuf begeistern und ihnen eine langfristige Perspektive geben wollen". Dazu gehöre auch ein professioneller Umgang mit den Herausforderungen, die dieser Beruf unabhängig von den erschwerten Bedingungen durch Corona mit sich bringt. Wie viele Azubis im Freistaat ihre Ausbildung abbrechen, blieb zunächst unklar.

Das Kabinett hatte vor ungefähr einem Jahr zahlreiche Maßnahmen beschlossen, die den Fachkräftemangel in der Pflege bekämpfen sollen. Dazu zählen eine Imagekampagne, ein Bündnis für Fachkräfte und Hilfe unter anderem bei der Wohnungssuche.

Der jüngsten Pflegestatistik zufolge gab es 2017 rund 400 000 Pflegebedürftige in Bayern. Mehr als 159 000 Menschen waren in der Langzeitpflege beschäftigt, also in Pflegediensten und -heimen. Wie viele Pflegekräfte aber gebraucht werden, ist unklar.

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