Mehr Tunnel bei Brenner-Nordzulauf: Proteste geplant

Nach der Bekanntgabe des Streckenverlaufs für mögliche neue Gleise im Inntal Richtung Brenner fordern Vertreter in der Region Nachbesserungen, insbesondere weitere Untertunnelungen. Bürgerinitiativen kündigten am Mittwoch massiven Widerstand gegen das Projekt an - sie sehen schon jetzt die Möglichkeit zu klagen. Die Bahn hatte am Dienstag mitgeteilt, dass die geplante Neubau-Trasse östlich von Rosenheim und Inn verlaufen soll; es ist mit 60 Prozent Tunnel-Anteil die aufwändigste der zuletzt noch vier Varianten.
| dpa
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Landwirte nehmen mit Traktoren an einer Demonstration gegen den Brenner-Nordzulauf teil, während an einem Schlepper ein Schild mit der Aufschrift "Kommen die Schienen, sterben die Bienen" befestigt ist.
Landwirte nehmen mit Traktoren an einer Demonstration gegen den Brenner-Nordzulauf teil, während an einem Schlepper ein Schild mit der Aufschrift "Kommen die Schienen, sterben die Bienen" befestigt ist. © Matthias Balk/dpa/Archivbild
Rosenheim

Die Initiative "Pro Riederung - brenna tuats" reagierte entsetzt - die Gleise sollen direkt an dem Ort vorbeigehen. Die Trasse werde als die umweltschonendste dargestellt. "In Wirklichkeit ist es die längste, teuerste und technisch aufwändigste Trasse." Das Projekt sei ein Milliardengrab. Die bestehenden Gleis seien derzeit nicht einmal zur Hälfte ausgelastet. "Die Veränderungen, die coronabedingt auch den Verkehrsfluss beeinträchtigen, werden hier außen vor gelassen."

Für den 24. April haben die Bürgerinitiativen eine "Protestwelle" durchs Inntal angekündigt. Von Ostermünchen bis Oberaudorf wollen sie mit Töpfen, Trillerpfeifen und Kuhglocken ein akustisches Signal setzen.

Der Rosenheimer Landrat Otto Lederer (CSU) sagte, die Wahl sei zwar ein Schritt in die richtige Richtung, da die Flächen-Inanspruchnahme am geringsten ausfalle. Es sei aber nicht nachvollziehbar, dass eine Neubaustrecke so geplant werde, dass sie Infrastruktureinrichtungen wie Bundesstraßen oder Bahngleise oberirdisch kreuze. "Auch die Tatsache, dass derzeit nördlich und westlich von Rosenheim keine unterirdischen Streckenanteile geplant sind, ist nicht vermittelbar."

Der Rosenheimer Bürgermeister Andreas März (CSU) verlangte eine Untertunnelung des Inns im Norden der Stadt. Im Raumordnungsverfahren sei eine unterirdische Lösung als Maßgabe festgesetzt worden.

© dpa-infocom, dpa:210414-99-200655/2

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