Mehr als 1.600 Menschen werden in Bayern vermisst

Mehr als 1600 Menschen werden in Bayern vermisst. In den meisten Fällen klärt sich das Verschwinden innerhalb weniger Tage auf - in manchen Fällen aber rätseln die Ermittler Jahre oder sogar Jahrzehnte.
| dpa
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München

Mehr als 1600 Menschen werden derzeit in Bayern vermisst - darunter knapp 1050 minderjährige Kinder und Jugendliche. Das teilte das Landeskriminalamt (LKA) in München auf Anfrage mit.

Unter diesen 1619 Vermissten sind (Stand 1. Dezember 2021) konkret 360 Kinder unter 14 Jahren und 688 Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren. Von insgesamt 571 vermissten Erwachsenen sind den Angaben zufolge 438 unter 60 Jahren alt und 133 über 60 Jahre alt.

Bundesweit werden nach Angaben des Bundeskriminalamtes (BKA) in Wiesbaden mehr als 8000 Menschen vermisst (Stand März 2021). Diese Zahl beinhaltet sowohl Fälle vermisster Personen, die sich innerhalb weniger Tage aufklären, als auch über viele Jahre oder sogar Jahrzehnte Vermisste. Täglich werden laut BKA jeweils etwa 200 bis 300 Fahndungen neu erfasst - und etwa die gleiche Anzahl wegen Erledigung gelöscht.

Die seltensten Fälle sind dabei so spektakulär wie die jahrelange Suche nach Peggy aus Oberfranken, die nach 15 Jahren mit dem Fund ihrer Leiche endete und deren Tod noch immer nicht geklärt ist.

Einige Fälle stellen die Ermittler jahre- oder sogar jahrzehntelang vor Rätsel - wie der Fall Sonja Engelbrecht, deren Oberschenkelknochen ein Vierteljahrhundert nach ihrem Verschwinden in einem Waldstück bei Kipfenberg im oberbayerischen Landkreis Eichstätt gefunden wurde. Über die Todesursache könne man derzeit keine Aussage treffen, sagte ein Polizeisprecher im November, nachdem die Knochen der verschwundenen jungen Frau zugeordnet worden waren. Man vermute aber, dass Engelbrecht einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen sei. Sie war mit 19 Jahren, im April 1995, mitten in München spurlos verschwunden.

"Erfahrungsgemäß erledigen sich etwa 50 Prozent der Vermissten-Fälle innerhalb der ersten Woche"m heißt es vom BKA. Einen Monat nach dem Verschwinden liege die "Erledigungs-Quote" schon bei über 80 Prozent. Nur drei Prozent der vermissten Personen werden länger als ein Jahr vermisst.

Laut BKA sind mehr als zwei Drittel aller Vermissten männlich und etwa die Hälfte aller Vermissten Kinder und Jugendliche. Für ihr Verschwinden gebe es die unterschiedlichsten Gründe, schreibt das BKA: "Probleme in der Schule oder mit den Eltern, Liebeskummer".

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