Markus Söder: Es gibt keine Sonderrechte für "Querdenker"

CSU-Chef Markus Söder hat das bewusste Ignorieren von Maskenpflicht und Abstandsregeln bei der "Querdenken"-Demo in Leipzig scharf verurteilt.
| AZ/dpa
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Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern. (Archivbild)
Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern. (Archivbild) © Sven Hoppe/dpa

München - Markus Söder fordert eine klare Aufarbeitung des gesamten Geschehens am Wochenende in Leipzig: Das Grundgesetz garantiere das Demonstrationsrecht, aber weder Gewalt noch das Außerkraftsetzen von Gesundheitsvorschriften, sagte der bayerische Ministerpräsident am Montag vor einer Videoschalte des CSU-Vorstands in München. "Alle müssen sich an die Regeln des Gesundheitsschutzes halten. Es gibt hier keine Sonderrechte für Querdenker - ganz im Gegenteil."

Anti-Corona-Maßnahmen müssten überall eingehalten werden, auch bei Demonstrationen. "Und wenn eine Maskenpflicht gilt, dann muss die auch entsprechend umgesetzt werden", sagte Söder. "Viele Menschen verstehen nicht, warum sie sich im Kleinsten an alle Vorschriften halten. Und bei einer solchen Demonstration gilt das Ganze nicht mehr, nur weil Leute eine völlig falsche Ansicht haben." Bei der umstrittenen "Querdenken"-Demo in Leipzig war es am Wochenende massenhaft zu Regelverstößen und auch zu Gewalt gekommen.

Demo in Leipzig für Söder "eine Veränderung der politischen Kultur"

Söder mahnte, man müsse sich dem "Phänomen Querdenker" stärker widmen, die Entwicklungen dahinter genauer anschauen und die "zunehmende aggressive Argumentation überprüfen". Söder fügte hinzu, man müsse die Frage klären: "Ist das eine Form von anderer Pegida, die da entsteht, oder vielleicht noch mehr? Dies muss auch von den zuständigen Institutionen besprochen und intensiv geprüft werden."

"Das ist eine Veränderung der politischen Kultur und es ist eine Herausforderung für unsere demokratische Gesellschaft, der wir uns intensiver stellen müssen", betonte der bayerische Ministerpräsident.

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Die Stadt Leipzig hatte die "Querdenken"-Demo eigentlich an den Stadtrand legen wollen, um das Infektionsrisiko gering zu halten. Das sächsische Oberverwaltungsgericht (OVG) hatte die Veranstaltung am Samstag dann aber doch unter Auflagen in der Innenstadt zugelassen. Letztendlich demonstrierten dann mindestens 20.000 Menschen gegen die Corona-Beschränkungen - die meisten laut Polizei ohne Masken. Am Abend erzwang die Masse einen Gang über den symbolträchtigen Leipziger Ring, obwohl ein Aufzug ausdrücklich nicht gestattet war.

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