Mann ertrinkt in Kanal: Weitere Plädoyers gehalten

Im Prozess um den Tod eines 22 Jahre alten Mannes in einem Kanal in Weiden in der Oberpfalz sind am Donnerstagabend zwei weitere Plädoyers gehalten worden. Auf der Anklagebank sitzen drei Bekannte des Opfers, zwei Männer und eine Frau. Ihnen wird vorgeworfen, dem Freund nicht geholfen zu haben.
| dpa
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Die Justitia ist an einer Scheibe am Eingang zum Oberlandesgericht zu sehen.
Die Justitia ist an einer Scheibe am Eingang zum Oberlandesgericht zu sehen. © Rolf Vennenbernd/dpa
Weiden

Der Vertreter der Nebenklage forderte jeweils eine Verurteilung wegen Totschlags, ohne dabei ein konkretes Strafmaß zu benennen, wie ein Gerichtssprecher am Freitag mitteilte. Der Verteidiger eines der drei Angeklagten forderte für seinen Mandanten einen Freispruch.

Angeklagt sind die Bekannten des Opfers wegen Totschlags durch Unterlassen. In seinem Plädoyers hatte der Staatsanwalt jedoch keinen Tötungsvorsatz als erwiesen angesehen und für die drei Angeklagten mehrjährige Haftstrafen wegen Aussetzung mit Todesfolge gefordert.

Am kommenden Freitag soll der Prozess dem Sprecher nach mit weiteren Schlussvorträgen fortgesetzt werden. Offen blieb, ob an dem selben Tag auch die Urteile verkündet werden.

Der 22-Jährige war im September 2020 betrunken in den Kanal gefallen. Die angeklagte Frau filmte das Geschehen mit ihrem Handy. Die Leiche war einen Tag später geborgen worden. Die Polizei hatte mit einem Hubschrauber, mit Booten und Wärmebildkameras nach dem Mann gesucht.

© dpa-infocom, dpa:210806-99-741403/2

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