Mann (†42) droht mit Anschlag auf G7-Gipfel in Elmau

In dem Autowrack, in dem ein Oberpfälzer ums Leben gekommen ist, findet die Polizei verdächtige Unterlagen, die die Sicherheitsbehörden in höchste Alarmbereitschaft versetzte.
von  Ralph Hub
Das bald wohl best bewachte Schloss: Elmau in Oberbayern.
Das bald wohl best bewachte Schloss: Elmau in Oberbayern. © dpa

In dem Autowrack, in dem der Oberpfälzer ums Leben gekommen ist, findet die Polizei verdächtige Unterlagen

Garmisch-Patenkirchen - In der Osternacht rast ein 42-Jähriger mit seinem Auto gegen einen Baum. Im Wrack findet die Polizei Briefe, die die Sicherheitsbehörden in höchste Alarmbereitschaft versetzte. In einem Brief deutete der Mann aus Neutraubling an, er habe einen Giftgasanschlag auf das G 7 Treffen im Juni in Elmau vorbereitet. Der selbstständige Schreiner aus der Nähe von Regensburg half bei den Renovierungsarbeiten im Schloss Elmau. Er erwähnt in den Unterlagen „weißen Staub in 16 Ampullen“.

Weiter heißt es in dem Brief, „die Giftigkeit wurde mir eindrucksvoll bewiesen.“ Das Gift will der Schreiner bei den Renovierungsarbeiten samt einer Anlage zur Freisetzung des Gases unauffällig in den Treppen von schloss Elmau verbaut haben. Von dem brisanten Inhalt des Briefs erfährt die Öffentlichkeit zunächst nichts. Polizei, Landeskriminalamt und Staatsschutz ermitteln zunächst unter strikter Geheimhaltung. Schnell ist klar: Der Verdächtige hat tatsächlich im Schloss gearbeitet. Auch der Hinweis auf eine Reise nach Kanada stimmt.

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Die Anschlagsdrohung wäre vermutlich nie bekannt geworden. Doch der 42-Jährige schrieb vor seinem Tod mehrere Briefe. Einer ging an die Redaktion einer Oberpfälzer Zeitung, die jetzt ausführlich darüber berichtet. Inzwischen geben die Sicherheitsbehörden allerdings Entwarnung. Der Anschlagsplan scheint pure Fantasie, wirre Gedanken eines psychisch schwer kranken Mannes zu sein.

„Wir sind zu der Einschätzung gekommen, dass es nie eine Gefährdungslage gab“, sagt Polizeisprecher Hans-Peter Kammerer vom G 7 Planungsstab. Die Böden, die durch den Mann verlegt wurden, seien einer eingehenden Untersuchung unterzogen worden. Dabei habe man nichts gefunden, wovon eine Gefährdung ausgeht, betont der Polizeisprecher. Auch die Umstände des tödlichen Verkehrsunfalls wurden untersucht. Demnach lenket der Mann absichtlich sein Auto gegen den Baum.