Maibaum dahoam: Corona-Zeit mit Bastel-Modell überbrücken

33 Zentimeter hoch, mit den originalen Zunftzeichen und dem Ortswappen an der Spitze: Der Verein "Guichinger Brauchtum" hat die Mini-Version des örtlichen Maibaums als Bastel-Paket für eine Maifeier "dahoam" aufgelegt. Denn die Feiern zum 1. Mai und das Aufstellen eines neuen Maibaums mit Dorffest und Tanz wird in dem oberbayerischen Ort Gilching im Landkreis Starnberg auch dieses Jahr wegen der Corona-Krise ausfallen.
| dpa
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Rene Weber vom Verein "Guichinger Brauchtum e.V." zeigt den Selbstbastler-Bausatz für einen Mini-Maibaum.
Rene Weber vom Verein "Guichinger Brauchtum e.V." zeigt den Selbstbastler-Bausatz für einen Mini-Maibaum. © Peter Kneffel/dpa
München

"Bei einer Maifeier kommen locker einmal 1000 Leute zusammen - da führt kein Weg hin", sagt der Vereinsvorsitzende René Weber, von dem die Idee zu dem alternativen Home-Maibaum stammt. Der Bayerische Rundfunk sowie andere Medien hatten darüber berichtet.

Die Nachfrage nach dem Mai-Bäumchen ist enorm. Auf Anfragen per Email versendet der Verein deshalb automatisch eine Standard-Antwort: Vorbestellungen können nicht mehr angenommen werden.

Die ersten 100 Mini-Maibäume hatte der Verein vor Ostern in Eigenarbeit aus Baumarkt-Material fertiggestellt, sie waren binnen vier Tagen vergriffen. Nun sind weitere 150 Stück in Arbeit, die dann möglicherweise unter anderem in einem Drive-In verkauft werden sollen - für 15 Euro. "Eins und fünf, 1. Mai - das passt gut zuammen", sagt Weber. Den Aufwand stellt der Preis nicht dar. Die Teile haben Weber und andere Vereinsmitglieder im heimischen Keller von Hand gesägt, gebohrt, geschliffen und vorlackiert.

Der Maibaum-Bonsai hat fast genau den Maßstab 1:100 - der echte Gilchinger Maibaum ist 30 Meter hoch. Der Bastelsatz umfasst neben einem Töpfchen blauer Farbe und dem originalgetreuer Untergrund zum Ausschneiden - erstellt mittels Luftaufnahme - auch die sogenannten Schwalben. Das sind Stangen, mit denen traditionell die Bäume von den Burschen des Ortes in die Höhe geschoben werden. "Mir war wichtig, dass man einen Einblick bekommt, wie das funktioniert", sagt Weber.

Zudem liegen der Bauanleitung Links zu Online-Videos mit einfachen Volkstänzen bei - zum Üben zuhause. "Mein Ziel ist auch, dass mehr Leute mittanzen, wenn wir wirklich im nächsten Jahr den neuen Maibaum aufstellen."

© dpa-infocom, dpa:210409-99-142482/2

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