Lockdown-Ende: Österreich will Einkaufstourismus verhindern

Bayern und Österreich sind einander in vieler Hinsicht sehr nah - geografisch historisch, kulturell. Ab kommenden Montag könnte trotz Pandemie für viele Bayern die Versuchung eines Besuchs bei den Nachbarn steigen: Die Geschäfte dürfen wieder öffnen.
| dpa
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München/Wien

Die österreichischen Behörden wollen nach dem Ende des Lockdowns Einkaufstourismus aus Bayern vorbeugen. Die Geschäfte im Nachbarland dürfen am Montag wieder öffnen, die von der Wiener Bundesregierung angekündigte Verschärfung der Einreisebestimmungen ist mittlerweile in eine Verordnung umgesetzt worden und tritt am Mittwoch, 10. Februar, in Kraft. Diese trifft vor allem Pendler.

Das österreichische Außenministerium schließt bei Bedarf eine Intensivierung der Grenzkontrollen nicht aus. "Im Hinblick auf die Änderungen der Covid-19-Einreiseverordnung, welche am 10. Februar 2021 in Kraft treten, wird eine lageangepasste Situationseinschätzung erfolgen und gegebenenfalls werden entsprechende Maßnahmen gesetzt werden", erklärte ein Sprecher in Wien.

Nicht nur Polizisten, sondern auch Soldaten sind im Corona-Einsatz an der Grenze. So teilte die Tiroler Landesregierung in Innsbruck mit, dass sowohl Polizeikräfte als auch im Assistenzeinsatz befindliche Soldaten des Bundesheeres "gesundheitsbehördliche Einreisekontrollen" vornehmen.

Als Pendler zählen nach der neuen Verordnung nicht nur Berufstätige, sondern auch Schüler und Menschen, die regelmäßig Verwandte oder Lebenspartner im Nachbarland besuchen, wie die Landesregierung von Vorarlberg in Bregenz erläutert.

Manche bayerische Gemeinden grenzen unmittelbar an ihre österreichischen Nachbarkommunen, Ausflüge sind zumindest bei schneefreien Straßen problemlos zu Fuß oder mit dem Fahrrad möglich. So sind das niederbayerische Simbach und das oberösterreichische Braunau lediglich durch eine Donaubrücke getrennt, und vom oberbayerischen Kiefersfelden ist es nur ein Katzensprung in die Tiroler Nachbarstadt Kufstein. Anders als in Österreich ist in Bayern ein Ende des Lockdowns bislang nicht angekündigt, ab Montag gilt dann: Haareschneiden in Braunau und Kufstein erlaubt, in Simbach und Kiefersfelden nicht.

Hinzu kommen historische und geografische Besonderheiten, wie das zum österreichischen Bundesland Vorarlberg gehörende Kleinwalsertal in den Allgäuer Alpen. Die dortige Gemeinde Mittelberg und ihre Geschäfte sind mit dem Auto nur von Deutschland aus zu erreichen. Ein Sonderfall ist auch die Vorarlberger Gemeinde Jungholz, die sozusagen als österreichische Insel in Bayern von deutschem Staatsgebiet umgeben ist. Ein weiteres mit dem Auto nur von Bayern aus erreichbares Tal ist die Eng im Karwendelgebirge. Dort droht allerdings ohnehin kein heimlicher Einkaufsverkehr: Haupteinkaufsmöglichkeit ist ein Bauernladen im Almdorf, der im Winter geschlossen hat.

Für den Fall, dass heimliche Einkäufer aus Bayern durch die Maschen der österreichischen Behörden schlüpfen sollten, müssen sie mit Kontrollen bei der Heimkehr rechnen: "Wir gehen davon aus, dass der Grenzverkehr von Bayern in Richtung Österreich für Einkaufen und Co. bereits von österreichischer Seite unterbunden wird", erklärte ein Sprecher des Innenministeriums in München. "Bei der Wiedereinreise gelten selbstverständlich unsere strengen Regeln, insbesondere die der Einreise-Quarantäneverordnung sowie der Test- und Anmeldepflicht."

© dpa-infocom, dpa:210205-99-315507/2

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