Linksautonome in Nürnberg erneut vor Gericht

Zwei politische Aktivisten aus Nürnberg stehen seit Dienstag erneut vor Gericht. Am Oberlandesgericht Nürnberg-Fürth wollen sie in einem Berufungsverfahren erreichen, dass ihre Haftstrafen aufgehoben werden. Die beiden Männer im Alter von heute 52 und 33 Jahren waren 2020 vor dem Amtsgericht Nürnberg jeweils zu einer Haftstrafe ohne Bewährung verurteilt worden.
| dpa
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Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand.
Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand. © David-Wolfgang Ebener/dpa/Symbolbild
Nürnberg

Hintergrund ist eine Sommernacht 2019 in Nürnberg-Gostenhof, in der eine aufgebrachte Gruppe von 50 bis 60 Linksautonomen mehrere Polizeieinsatzkräfte unter Gröhlen und Rufen wie "Ganz Nürnberg hasst die Polizei" von einem Platz vertrieben hatte. Die Polizei war angerückt, um eine Gruppe zu kontrollieren, die spätabends auf dem Platz laut Musik hörte und feierte.

Der 52-Jährige war als Rädelsführer ausgemacht worden und zu einem Jahr und drei Monaten Haft verurteilt worden. Das Strafmaß hatten der Betroffene und sein Umfeld als ungewöhnlich hoch aufgefasst, weil dieser nicht vorbestraft ist. Als "völlig absurd" bezeichnete Verteidiger Michael Brenner die Strafe deshalb und auch, weil es an dem Abend keine tätlichen Übergriffe mit Verletzten gegeben hatte. Er strebt entweder Bewährung oder eine Geldstrafe an.

Der 33-jährige Mann hatte eine Haftstrafe von einem Jahr und sechs Monaten bekommen. Er ist mehrfach einschlägig vorbestraft und hatte auch in der jüngeren Vergangenheit Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte geleistet. Er gab jedoch an, in der Sommernacht gar nicht an besagtem Platz gewesen zu sein. Eine Polizistin hatte zuvor jedoch angegeben, ihn zu "99 Prozent" identifiziert zu haben.

© dpa-infocom, dpa:210202-99-271953/2

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