Lentz will Kulturarbeit gegen Radikalisierung setzen

Als Präsidentin des Goethe-Instituts will die Ethnologin Carola Lentz auch gegen Rechtsextremismus angehen. Gegen Populismus oder autoritäre Regime setzt sie auf offene Kulturpolitik.
| dpa
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Carola Lentz, zukünftige Präsidentin des Goethe-Instituts, steht neben einem Logo-Banner des Goethe-Instituts.
Carola Lentz, zukünftige Präsidentin des Goethe-Instituts, steht neben einem Logo-Banner des Goethe-Instituts. © Fabian Sommer/dpa/Archivbild
München/Berlin

Die neue Präsidentin des Goethe-Instituts, Carola Lentz, hält den Kampf gegen Rechtsextremismus und Rechtspopulismus für ein zentrales Thema ihrer künftigen Arbeit. "Es ist beunruhigend, wie viel Ignoranz und Intoleranz sich breitmachen, eine stark identitäre Politik, die eine Differenz oder eine Zugehörigkeit herausgreift und diese dann massiv in den Vordergrund stellt", sagte die 66 Jahre alte Ethnologin der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "Das ist wirklich das Gegenteil von dem, was das Goethe-Institut bewirken will: Offenheit, Austausch, Verständigung."

Die Frage sei, wie auf diesem Feld gearbeitet werden könne. "Ich glaube, das Institut hat da verschiedene, an die verschiedenen Orte angepasste Strategien gefunden." Eine globale Antwort sei nicht möglich, "auch wenn manche der Quellen, aus denen sich solche Bewegungen oder autoritäre Regime speisen, durchaus durch global zirkulierende Diskurse beeinflusst sind". Die lokalen oder regionalen Gemengelagen seien recht spezifisch, selbst bei weltweit relativ ähnlichen Zutaten.

"Da gilt es wieder genau hinzuschauen, um zu verstehen, was da eigentlich an Dynamiken läuft", sagte Lentz. Dann sei klarer, wo und wie eventuell offene Gesprächs- und Begegnungsräume geschaffen werden könnten. "Es ist die besondere Chance von Kulturarbeit, dass sie über starke Mittel verfügt, auch um einer Eskalations- und Radikalisierungsdynamik entgegenzuwirken." Lentz: "Die kulturelle Arbeit des Goethe-Instituts ist eine eminent politische Arbeit."

Lentz übernimmt heute (11.00 Uhr) die ehrenamtliche Spitze des in München sitzenden Goethe-Instituts. Sie ist nach der Juristin Jutta Limbach die zweite Frau auf dem Posten, den sie von Klaus-Dieter Lehmann übernimmt. Der 80 Jahre alte Lehmann war seit 2008 Präsident der Organisation.

Das Goethe-Institut dient mit weltweit 157 Instituten als kulturelles Aushängeschild Deutschlands im Ausland. Derzeit sitzt die Einrichtung in 98 Ländern. In Deutschland hat das Goethe-Institut zwölf Standorte.

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