Lebenslange Haft wegen Mordes an Pflegebedürftigem gefordert

Im Prozess wegen Mordes an einem Pflegebedürftigen vor dem Kemptener Landgericht hat die Staatsanwaltschaft lebenslange Haft für den Hauptangeklagten gefordert. Der 29-Jährige habe sein herzkrankes, fast blindes und gehbehindertes Opfer Mitte März aus Habgier in dessen Kaufbeurer Wohnung gefesselt und geknebelt, ausgeraubt und dann hilflos zurückgelassen, unterstrich Staatsanwalt Martin Slach am Mittwoch.
| dpa
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Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand.
Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand. © David-Wolfgang Ebener/dpa/Symbolbild
Kempten

Der Schwerkranke erstickte wegen der Knebelung nach mehreren Stunden an seiner Zahnprothese. Der Angeklagte habe von den Erkrankungen des Opfers gewusst und dessen Tod in Kauf genommen, sagte Slach in seinem Plädoyer. "Es muss auch dem Dümmsten klar sein, dass das lebensgefährlich ist." Die Verteidigung zog dagegen in Zweifel, dass die Tötung des 50-Jährigen beabsichtigt war, und plädierte für eine Haftstrafe wegen Raubes mit Todesfolge.

Der syrische Angeklagte selbst betonte, er sei "hundertprozentig unschuldig". Ein ursprünglich Mitverdächtigter, der das Opfer aus seiner Tätigkeit bei der Nachbarschaftshilfe kannte und den Raub geplant haben soll, habe ihn gezwungen mitzumachen und "alle ausgetrickst". Der Beschuldigte hat in der Untersuchungshaft Suizid begangen. Das Urteil wird am Freitag (10.00 Uhr) erwartet. 

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